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11.02.2021 Presseaussendung

GRÜNE FORDERN DIALOGFORUM FÜR UMGANG MIT FISCHOTTER

Ein Fischotter steht auf einem dicken abgesägten Ast. Der Hintergrund ist eine grüne verschwommene Wiese.

"Eine Tötungs-Verordnung wird es mit uns so nicht geben."

„Bei streng geschützten Wildtieren immer gleich Abschüsse zu fordern, geht in die vollkommen falsche Richtung. Dass Entnahmen keine zielführende Lösung sind, sollte eigentlich allgemeiner Konsens sein.“ LAbg. Kimbie Humer-Vogl, Klubchefin der GRÜNEN im Salzburger Landtag, übt scharfe Kritik an den Überlegungen des Agrar-Landesrats. Geht es nach ihm, könnte es auch in Salzburg künftig eine Verordnung geben, die die Tötung des Fischotters ermöglicht. „Diesem Angriff auf den Artenschutz werden wir so nicht zustimmen.“ Den Bestand zu erheben sei sinnvoll, beim Gewässerschutz wünscht sie sich noch mehr Engagement.

Dialogforum für nachhaltige Lösung

„Ich verstehe die Sorgen der Züchter. Aber Schwaigers Vorschlag ist weder zielführend noch nachhaltig. Entfernt man einen Fischotter nämlich aus seinem Revier, wandert ein anderer nach“, so Humer-Vogl. Sie wünscht sich mehr finanzielle Förderung von Schutzmaßnahmen, wie etwa Zäunen. „Auch nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU (FFH-RL) darf die Tötung immer nur die letzte Methode sein.“ Hallein habe vorgezeigt, wie man mit dieser Herausforderung umgeht: „Nachdem Fischotter den gesamten Bestand der Fischzucht in Gamp vernichtet haben, wurde versucht eine Abschussgenehmigung zu bekommen. Erst als der Entnahme-Antrag abgelehnt wurde, hat man das betroffene Gebiet eingezäunt. Nun sind die Fische wirksam geschützt.“ Humer-Vogl plädiert für ein Dialogforum. Neben dem Land, Fischereivereinen und Teichbewirtschaftern soll auch die Umweltanwaltschaft teilnehmen.

Mehr Gewässerschutz ermöglicht ein Nebeneinander der Arten 

„Hauptverursacher für die Gefährdung von Fischbeständen ist ohnehin nicht der Otter. Das Fischsterben ist Menschen gemacht. Die Verbauung der Flüsse führt nämlich dazu, dass Fließgewässer als Lebensraum für Fische und andere dort heimische Arten immer weniger geeignet sind. Es fehlt den Fischen z.B. Schotter, Kies und Sand in der richtigen Korngröße um ihren Laich ablegen zu können, oder Steine und Wurzeln, die ihnen Zuflucht oder Deckung vor ihren Fressfeinden bieten.“ Die GRÜN-Abgeordnete wünscht sich noch mehr Einsatz für eine ökologische Sanierung der Gewässer: „Fischotter sind ein zentraler Bestandteil gesunder Ökosysteme. Und eben diese Ökosysteme gilt es im Gleichgewicht zu halten. Tun wir das nicht, werden wir irgendwann dafür bezahlen, weil wir unsere eigene Umwelt und damit unseren eigenen Lebensraum nach und nach zerstören.“