GRÜNE FÜR WAHLFREIHEIT BEI MÜNDLICHER MATURA
„Die Erleichterungen müssen auch wieder für die mündliche Matura gelten, um die Schüler*innen zu entlasten!“
„Schüler*innen sind durch die vielen Facetten der Pandemie enormen Belastungen ausgesetzt. Für Leistungsdruck durch eine verpflichtende mündliche Matura ist jetzt der falsche Zeitpunkt“, so der GRÜNE Bildungssprecher LAbg. Simon Heilig-Hofbauer. Er fordert auch für 2022 Wahlfreiheit bei der mündlichen Matura. Vergangene Woche ist eine Debatte darüber entbrannt, ob es diese Wahlfreiheit bei der mündlichen Matura erneut geben wird oder nicht. Auch Salzburgs Schüler*innen werden ihre Kritik an den Plänen des Bildungsministeriums, das wieder auf Verpflichtung setzen will, morgen mittels Protesten äußern.
Maturabedingungen wie 2021 notwendig
„Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum sowohl die mündliche Matura als auch die Präsentation der Fachbereichsarbeit dieses Jahr wieder verpflichtend sein soll“, so der GRÜN-Abgeordnete. „Damit verschließt man die Augen vor den Bedürfnissen der Jugendlichen. Die heurige Maturant*innen-Generation hat fast drei Schuljahre unter Pandemie-Bedingungen absolvieren müssen.“ Schulveranstaltungen, Sport, Treffen mit Gleichaltrigen – das alles sei in der Pandemie zu kurz gekommen. „Insofern hat sich im Vergleich zum letzten Jahr nichts geändert. Deshalb wäre es schlüssig auch die Maturabedingungen gleich zu lassen.“ In den vergangenen beiden Jahren war die mündliche Matura freiwillig. Wer nicht antreten wollte, bekam in dem betreffenden Fach die Note der Abschlussklasse ins Maturazeugnis.
Psychische Belastungen haben weiter zugenommen
„Zahlreiche Studien zeigen, dass die psychischen Erkrankungen unter den Schüler*innen aufgrund der Pandemie stark zugenommen haben“, zeigt sich Heilig-Hofbauer alarmiert. „62 Prozent der Mädchen und 38 Prozent der Burschen im Alter von 14 bis 20 Jahren weisen eine mittelgradige depressive Symptomatik auf“, berichtet der Bildungssprecher. Das geht aus einer weiterführende Studie des Departments für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit der Donau-Universität Krems hervor. „Das muss ernstgenommen werden und auch in die Maturabedingungen fließen“, so Heilig-Hofbauer. „Ich bin aber zuversichtlich, dass das Bildungsministerium noch umdenkt und den Fokus auf das Wohl der Schüler*innen legen wird.“