AGRI-PV IN SALZBURG RASCH ERMÖGLICHEN
Bereits im Jänner brachten die GRÜNEN eine Initiative im Landtag ein, damit die rechtlichen Rahmenbedingungen für PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen, sogenannte Agri PV-Anlagen, rasch geklärt werden. Gegen die Stimmen der FPÖ wurde der Antrag mit großer Mehrheit beschlossen wurde. Getan hat sich bisher wenig. Die aktuelle Sommerhitze zeigt einmal mehr auf, dass alle Möglichkeiten für saubere Energien genutzt werden müssen. Die GRÜNEN wollen daher das Thema wieder in den nächsten Landtag bringen.
Klubobfrau Martina Berthold dazu: „Agri-PV Anlagen müssen auch in Salzburg rasch ermöglicht werden. Monat für Monat zahlen wir den Preis der fossilen Energien. Das sehen wir nicht nur an den hohen Temperaturen, sondern auch an den hohen Stromrechnungen. Jedes Sonnenkraftwerk mehr in Salzburg hilft unserem Klima und wirkt als langfristige Anti-Teuerungsmaßnahme.“ Und sie wird konkret: „Nachdem das schwarz blaue Regierungsprogramm hier keine Lösungen parat hat, werden wir das Thema wieder in den Landtag bringen.“
Agri-Photovoltaik-Anlagen: Doppelnutzung für die Landwirtschaft
Mit Agri-PV wird eine landwirtschaftlich genutzte Fläche zusätzlich zur Stromerzeugung genutzt. „Mit der Doppelnutzung von Landwirtschaft und sauberer Stromerzeugung ergibt sich eine Win-Win-Situation“, ist sich Berthold sicher. Agri-PV Anlagen steigern die Flächeneffizienz und sind auch für die Landwirtschaft wertvoll. So reduzieren sie beispielsweise die negativen Auswirkungen der Klimakrise. „Schattenspendende PV-Anlagen helfen in Zeiten der Hitze und Wasserknappheit auch den Landwirt*innen. Außerdem können die Sonnenkraftwerke auch zusätzliche Einnahmen bringen.“
Leuchtturmprojekt „Sonnenfeld“ in Niederösterreich
Martina Berthold, Klimaschutzsprecherin der Salzburger Grünen hat sich letzte Woche vom mehrfachen Nutzen der Agri-PV Anlagen überzeugt. Im „Sonnenfeld“ in Bruck an der Leitha werden – begleitet von der BOKU Wien – Getreide, Mohn, Erdäpfel, Sonnenblumen und Mais angebaut. Die bifazialen (doppelseitigen) PV-Module sind beweglich, richten sich an der Sonne aus und ermöglichen die landwirtschaftliche Bearbeitung der hochwertigen Böden. Auf der 5,5 ha Fläche gibt es somit ein doppeltes Ernten: Sonnenkraft und Lebensmittel. Darüber hinaus fördern die Blühstreifen unter den PV-Modulen die Artenvielfalt.
In Salzburg fehlen klare Richtlinien
Der bisher zuständige ÖVP-Landesrat Schwaiger ist mit der Erarbeitung von Kriterien beauftragt worden. Ergebnisse liegen noch keine vor. Die GRÜNEN wollen im nächsten Landtag hier nachfragen und fordern: „Weil die ÖVP bisher nicht in die Gänge kam, gibt es in Salzburg noch immer keine Agri-PV Anlagen. Wir fordern den nun zuständigen Landesrat Zauner zum raschen Handeln auf und drängen auf klare Richtlinien. Was andere Bundesländer können, kann Salzburg doch auch,“ so Berthold abschließend.