WEICHENSTELLUNG FÜR EINHEITLICHE REGELUNGEN ZUM HERDENSCHUTZ
"Wir müssen den Almbäuerinnen und Almbauern das richtige Werkzeug an die Hand geben, um Herdenschutz auch in Salzburg zu ermöglichen.“"
„Große Beutegreifer sind in den Almregionen in den letzten Jahren wieder vermehrt gesichtet worden. Damit ein Nebeneinander dieser Tiere – also Goldschakal, Luchs und Wolf – und dem Weidevieh auf unseren Almen gelingen kann, setzen wir GRÜNE uns schon seit langem für den Herdenschutz als Antwort auf die Rückkehr dieser großen Beutegreifer ein. Dafür muss es einheitliche Rahmenbedingungen für umfassende Herdenschutzmaßnahmen geben. Mit dem gestern beschlossenen Antrag haben wir endlich die Weichen dafür gestellt“, zeigt sich LAbg. Kimbie Humer-Vogl, Klubchefin der GRÜNEN im Salzburger Landtag, erfreut.
Aufholbedarf im Bereich des Herdenschutzes in Salzburg
Insbesondere der Wolf sorgte in den vergangenen Jahren für Negativ-Schlagzeilen. „Selbst, wenn er sich nur zu einem sehr kleinen Prozentsatz von Nutztieren ernährt, wird bei jedem Riss eines klar“, so die GRÜN-Abgeordnete: „Obwohl Salzburg eigentlich als Herdenschutzmusterland gilt, gibt es – was Herdenschutz abseits von Hofnähe anbelangt – noch viel Aufholbedarf. Das hat unsere Anfrage vom Oktober 2020 gezeigt.“ Daraus gehe hervor, dass es auf den Almen eigentlich überhaupt keinen Herdenschutz gibt. „Deshalb trifft der Wolf in der Regel auf völlig ungeschützte Weidetiere“, ergänzt Humer-Vogl. Das solle sich rasch ändern: „Wir wollen die Bauern und Bäuerinnen nicht alleine lassen – sie brauchen die notwendige Unterstützung, um ihr Weidevieh zu schützen.“
Richtiges Handwerkszeug zum Herdenschutz für Almbäuerinnen und Almbauern
„Durch standortangepasste Herdenschutzmaßnahmen lassen sich Nutztierrisse deutlich minimieren. Unsere Nachbarländer (unter anderem die Schweiz) zeigen das vor. Dort ist Herdenschutz auch in Gebirgsregionen gang und gäbe“, so die Abgeordnete. Es gelte, den Almbäuerinnen und Almbauern das richtige Werkzeug an die Hand geben. „Dazu zählt die Möglichkeit, mit Herdenschutzhunden oder HirtInnen zu arbeiten oder Zäune aufzustellen. Momentan ist das aufgrund fehlender Richtlinien nicht möglich. Es braucht unter anderem Ausbildungs- und Zuchtrichtlinien für Herdenschutzhunde, Änderungen im Tierschutzgesetz und Bestimmungen für Ausbildung und Beschäftigung von HirtInnen“, so Humer-Vogl. Auch bei der Kostenübernahme von Herdenschutzmaßnahmen sei noch Luft nach oben. „Ziel ist nicht, dass auf den Almen alle Herdenschutz betreiben, sondern dass die Möglichkeit dazu offensteht. Mit dem nötigen Willen und wenn alle zusammenarbeiten, ist das machbar.“