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08.02.2023 Presseaussendung

LUA: NATUR BRAUCHT MEHR DENN JE EINE ANWALTSCHAFT

Ein Stück Natur wird zwischen zwei Händen gehalten

KO LAbg. Humer-Vogl: „Wer Naturschutz nur dort akzeptiert, wo er keinerlei Einschränkung bedeutet, hat die Krisen unserer Zeit nicht verstanden.“ – Grünes „Nein“ zum FP-Antrag auf “Entmachtung“ der LUA

„Wir befinden uns gerade mitten im größten Artensterben seit vor 65 Millionen Jahren die Saurier ausgestorben sind. Wir erleben eine Klimakrise, die sich mit jedem Tag zuspitzt. Und in dieser Situation fällt der FPÖ nichts Besseres ein, als die völlige rechtliche Entmachtung der Landesumweltanwaltschaft zu fordern.“ Mit diesen Worten kommentiert LAbg. Kimbie Humer-Vogl, die Klubobfrau der GRÜNEN im Landtag, den Antrag der FPÖ, der LUA die Parteienstellung in sämtlichen Behördenverfahren zu entziehen. „Alle Krisen haben ihre Ursache im menschlichen Raubbau an der Natur. Da über die Abschaffung der LUA zu reden – und nichts anderes bedeutet der FP-Antrag – ist absurd“, so Humer-Vogl. Nachsatz: „Nie zuvor hat die Natur dringender eine Anwaltschaft gebraucht.“

Der Vorwurf, die LUA würde die Behördenverfahren unnötig in die Länge ziehen, sei „ein durch die Faktenlage nicht gedecktes Pauschalurteil“, so Humer-Vogl, die den Kritiker*innen rät, sich die Chronologie von Projekten wie dem Kraftwerk Stegenwald, der Schi-WM oder dem Radweg Tenneck einmal genauer anzuschauen. Dabei zeige sich, dass die Gründe für die Dauer der Verfahren durchaus vielschichtig sind. „Der LUA den Schwarzen Peter für jedes Genehmigungsproblem zuzuschieben ist zwar einfach, entspricht aber nicht der Faktenlage“, betont die GRÜNEN-Klubobfrau.

Ähnlich verhalte es sich mit dem „Argument“, wonach der Naturschutz den dringend notwendigen Ausbau der Erneuerbaren verhindere: „Der Ausbau der Erneuerbaren ist in den vergangenen Jahrzehnten nicht am Naturschutz gescheitert sondern am völligen Desinteresse bis hin zum offenen Widerstand diverser politischer Entscheidungsträger.“ Für die Klubchefin ist es höchst an der Zeit, das Spannungsfeld von Naturschutz und Erneuerbaren-Ausbau breit und konstruktiv zu diskutieren: „Wir können es uns nicht leisten, Artenschutz und Erneuerbare gegeneinander auszuspielen, wir brauchen beides. Es muss gelingen, die Erneuerbaren zügig auszubauen, ohne dafür die naturzerstörerischen Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.“

Die Existenz aller Lebewesen – auch des Menschen – hänge letztlich von intakten Ökosystemen ab, so die GRÜNEN-Abgeordnete, für die feststeht: „Wer Naturschutz nur dort akzeptiert, wo er keinerlei Einschränkung bedeutet, hat den Ernst der Lage nicht begriffen.“

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