RADSTADT: ORTSKERNABGRENZUNG VERANTWORTUNGSLOS + FAHRLÄSSIG
FPÖ und SPÖ nehmen billigend in Kauf, dass alles, was Radstadt bisher zur Ortskernstärkung geleistet hat, wieder zerstört wird.
Für Josef Scheinast, den Wirtschafts- und Raumordnungssprecher der GRÜNEN im Salzburger Landtag, ist die von FPÖ und SPÖ beschlossene Ortskernabgrenzung in Radstadt schlichtweg „verantwortungslos und fahrlässig“: „Da wird ein neuer Ortskern willkürlich ausgewiesen, womit praktisch jede Form der Nutzung bis hin zu Einkaufszentren möglich ist. Rot und Blau nehmen damit billigend die Zerstörung gewachsener Strukturen in Kauf“, kritisiert Scheinast. Von der Aufsichtsbehörde erwartet er sich, dass diese Ortskernausweisung zurückgewiesen wird. Denn: „Wenn es Salzburg in der Raumordnung nicht endlich schafft, dass sich Firmen auch ohne raumordnerische Sündenfälle entwickeln können, können wir Themen wie Ortskernbelebung oder sparsamen Flächenverbrauch komplett abschreiben“, so Scheinast.
Zur Vorgeschichte: Das Technologie-Unternehmen „has.to.be“ in Radstadt möchte erweitern. Eine entsprechende Fläche stellt „Steiner & Wanner Wohnbau“ auf dem sogenannten „Stadlergrund“ zur Verfügung. Für dieses Areal – das weit über den Bedarf von „has.to.be“ hinausgeht – hat „Steiner & Wanner“ die Ortskernabgrenzung beantragt und nun von FPÖ und SPÖ in der Gemeindevertretung auch bekommen.
Dass sich ein innovatives und erfolgreiches Unternehmen wie „has.to.be“ vergrößern möchte, sei „absolut zu begrüßen und hat unsere Unterstützung“, versichert Scheinast. Allerdings brauche es dafür keinen neuen Ortskern mit allen damit verbundenen Problemen. „Radstadt hat seine Raumordnung bisher geradezu beispielhaft gestaltet. Das Verkehrsberuhigungskonzept mit seinen Begegnungszonen ist vorbildlich, Radstadt ist es gelungen, sich behutsam und ökologisch aus dem historischen Kern heraus zu entwickeln“, betont der Grüne Raumordnungs- und Wirtschaftssprecher.
All das werde jetzt von einer blau-roten Mehrheit ruiniert: „SPÖ und FPÖ haben nun auch in Radstadt einen Persilschein für Flächenfraß und Ortskernzerstörung ausgestellt. Die Konsequenzen solcher Beschlüsse haben wir in den vergangenen Jahrzehnten landauf, landab gesehen. Wenn diese Ortskernabgrenzung von der Aufsichtsbehörde nicht gekippt wird, kann der historisch gewachsene Teil Radstadts zusperren“, prophezeit Scheinast.