HEINISCH-HOSEK ZU ZAHM GEGENÜBER SOZIALPARTNERN
Verbesserungen laufen im Schneckentempo
Trotz des gestiegenen Bildungsniveaus von Frauen bleibt der Einkommensunterschied bei 21,26 Prozent. Soviel verdienen Frauen weniger als vollzeitbeschäftigte Männer. Gehälter werden nach wie vor ausschließlich über Kollektivverträge geregelt. Die Ministerin führt zwar Gespräche mit den Sozialpartnern, wo großteils Männer das Sagen haben, hat aber kein Eingriffsrecht in die Verhandlungen und daher wenig Einfluß auf das Ergebnis. Neben der Tatsache, dass Frauen
schlechter bezahlt werden, werden auch die Tätigkeiten von Frauen schlechter bewertet als jene von Männern. Die Bewertung erfolgt meistens durch Männer.
„Die sozialpartnerschaftliche Gestaltung ist Teil des Problems und nicht der Lösung“, erklärt Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen. „Deshalb fordern die Grünen endlich gesetzliche
Maßnahmen, wie einen Mindestlohn von rund 1.500 Euro monatlich und die Aufstockung der Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik für Frauen“.
Einkommensberichte und Gehaltsangaben in Stelleninseraten sowie der von Heinisch-Hosek viel beworbene Gehaltsrechner greifen zu kurz. Der Frauensprecherin der Grünen, Berivan Aslan, geht der von Frauenministerin Heinisch-Hosek verkündete Rückgang der Einkommensschere viel zu langsam. „Die Entwicklung verläuft im Schneckentempo. Es ist nicht wirklich relevant, ob Frauen 55 oder 66 Tage gratis arbeiten. Gratis zu arbeiten ist einfach skandalös!“, so Aslan.