29.01.2013
Presseaussendung
ICH WILL LERNEN
Alle Menschen mit Behinderungen haben das Recht, gleichberechtigt am Bildungssystem teilzuhaben. Schulen und Lernprozesse müssen so gestaltet sein, dass alle Kinder bestmöglich gefördert werden.
Mit 1. Jänner 2006 ist das Bundesbehindertengleichstellungsgesetz in Kraft getreten. Die Themen Bildung und gleichberechtigter Zugang zur Bildung für Menschen mit Behinderungen finden in diesem keine Berücksichtigung. Recht auf Integration besteht nach wie vor nur bis zur neunten Schulstufe. Dies widerspricht dem verfassungsrechtlich garantierten Gleichbehandlungsgrundsatz und benachteiligt Menschen mit Behinderungen beim Zugang zu Bildungseinrichtungen und schließlich auch zum Arbeitsmarkt.
RECHT AUF INTEGRATION
Bildungseinrichtungen müssen barrierefrei zugänglich und ausgestattet sein, über Schulart und Schulstandort muss frei entschieden werden können. Dass Kinder und Jugendliche mit Behinderungen auch nach der 9. Schulstufe einen gleichberechtigten Zugang zu allen weiterführenden Schulen haben, ist uns ein weiteres wichtiges Anliegen.
MITEINANDER VONEINANDER PROFITIEREN
Grüne Bildungspolitik geht von einem inklusiven Menschenbild aus. Inklusion bedeutet „Einbeziehung“. Die Verschiedenheit der Menschen wird als ein positiver Wert angesehen. Inklusive Bildung bedeutet freier Schulzugang mit entwicklungsorientiertem, individualisiertem Unterricht für alle SchülerInnen. Je nach individuellen Stärken und Bedürfnissen müssen von Seiten der Schule Anregungen und Herausforderungen auf vielfältige Art gesetzt werden.
Vom Inklusiven Unterricht profitieren alle Beteiligten. SchülerInnen mit Behinderungen können sich über den Sonderschullehrplan hinaus bewegen, haben positive Lernvorbilder und werden auch sozial integriert. Alle anderen SchülerInnen profitieren davon, dass mehr als eine Lehrkraft in der Klasse ist und lernen, dass Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichsten Voraussetzungen ein Thema auf unterschiedliche Art aufarbeiten können.
PÄDAGOGIK DER VIELFALT
Wir plädieren daher für ein Umdenken von einer aussondernden, differenzierenden Pädagogik zu einer Pädagogik der Vielfalt, einer Pädagogik, die ein „im Miteinander voneinander profitieren“ zulässt.