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06.04.2022 Presseaussendung

IPCC-BERICHT: JETZT AN ALLEN SCHRAUBEN DREHEN!

Es braucht endlich eine Debatte ohne Tabus. Unter anderem müssen wir versenkte Erneuerbare-Energie-Projekte aus der Schublade holen und neu prüfen!

Wer glaubt, die Klimakrise ließe sich in den Griff kriegen, ohne dass wir davon im täglichen Leben etwas spüren, macht sich etwas vor. Ob es uns gefällt oder nicht: Wir werden an allen Schrauben drehen müssen und das sofort“, meint LAbg. Josef Scheinast, Umwelt- und Energiesprecher der GRÜNEN im Salzburger Landtag, angesichts des jüngsten und höchst alarmierenden Teilberichts des Weltklimabeirates (IPCC).

Der IPCC-Bericht lässt an Klarheit nichts zu wünschen übrig: Ohne „sofortige und tiefgreifende Reduktion der Emissionen über alle Bereiche hinweg“ werde es unmöglich sein, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Klar ist für Scheinast denn auch: „Mit technischen Innovationen allein ist das Klima nicht zu retten. Ob Ernährung, Wohnen oder Mobilität, ob Freizeit oder Arbeit – wir müssen auf allen Ebenen handeln.“

Dazu gehöre, Investitionen stärker als bisher auf ihre Nachhaltigkeit hin zu überprüfen, meint Scheinast, der als konkretes Beispiel die geplante Leitung nennt, mit der Salzburgs Heizkraftwerk Mitte mit Öl vom Heizkraftwerk Nord versorgt werden soll, um die Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren. Anstatt Gas durch Öl zu ersetzen, sollten vielmehr „sämtliche Erneuerbare-Energie-Projekte, die in der Vergangenheit aus Kosten- oder anderen Gründen versenkt wurden, aus der Schublade geholt und auf ihre Realisierung überprüft werden“, fordert Scheinast, der hier vor allem die Salzburg AG gefordert sieht und beispielhaft das einst geplante Solarthermie-Projekt am Fuße des Plainberg nennt.

Auch die Frage von Energieeinsparung müsse ein Thema sein: „Am schnellsten kommen wir überall dort von den Fossilen weg, wo wir sie nicht ersetzen müssen sondern komplett einsparen können.“ Zum Beispiel bei den Unmengen an Lebensmittel, die mit hohem Energieaufwand produziert und transportiert werden, um dann gar nicht auf unserem Teller sondern gleich im Müll landen: „Allein, wenn es gelänge, die Verschwendung abzustellen, hätten wir viel erreicht“, ist Scheinast überzeugt.

Was es brauche, sei jedenfalls „eine Debatte ohne Tabus“, so der GRÜN-Abgeordnete. Das beträfe den Fleischkonsum samt dazugehöriger Förderschienen ebenso wie Tempolimits. Denn eines könne nicht mehr wegdiskutiert werden: „Uns läuft gerade die Zeit davon. Weitere Verzögerungen können wir uns nicht mehr leisten.“

Josef Scheinast

Landtagsabgeordneter

josef.scheinast@gruene.at
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