OFFENER BRIEF AN DEN EHRENPRÄSIDENTEN DES UMWELTDACHVERBANDS
Am 13. November stand in der „Krone“ ein Offener Brief von Gerhard Heilingbrunner zu lesen, seines Zeichens Ehrenpräsident des Umweltdachverbandes. Heilingbrunner holt darin zu einem reichlich feindseligen Rundumschlag gegen Grüne Politik aus, den wir so nicht hinnehmen wollen. LHStv. Astrid Rössler, in Salzburg für Umwelt- und Natur- sowie Klimaschutz zuständig, hat Heilingbrunner geantwortet.
OFFENER BRIEF VON LH-STV. ASTRID RÖSSLER AN GERHARD HEILINGBRUNNER, UMWELTDACHVERBAND
Eigentlich könnte man sich vom Umweltdachverband einige unterstützende Worte für die krisengebeutelten Grünen erwarten, waren sie doch im Parlament bis zuletzt ein verlässlicher Partner in Umweltagenden. Doch genau das Gegenteil ist der Fall, ausgerechnet der Ehrenpräsident des Umweltdachverbandes holt in einem Gastkommentar (Krone, 12.11.2017) zu einem Rundumschlag gegen die Grünen aus und tritt noch einmal ganz besonders kräftig hin.
Herr Heilingbrunner, Sie unterstellen uns Grünen, wir hätten die Lust an der Kernkompetenz Umwelt verloren. Da dürften alle Anträge und öffentliche Kampagnen des Grünen Nationalratsklubs in Sachen Energiewende, Klimaschutz, Bienenschutz, Glyphosat-Verbot und Bodenschutz spurlos an Ihnen vorüber gegangen sein. Dass diese Umwelt-Anträge im Nationalrat regelmäßig niedergestimmt und abgelehnt wurden, lag nicht an uns, sondern an der anhaltenden Ignoranz und dem Unwillen der rot-schwarzen Regierung und der übrigen Parlamentsparteien.
Gleiches gilt für die fehlende Bereitschaft der Regierung zur Umsetzung der Aarhus-Konvention, zur Einhaltung der Klimaziele und zur Eindämmung des Flächenverbrauchs: Grüne Initiativen wurden abgelehnt, und Sie geben jetzt uns Grünen die Schuld daran? Das ist in der Sache falsch und bösartig. Ebenso unseriös ist Ihre pauschale Kritik der Grünen in den Ländern: Sie ignorieren völlig die vielen Erfolge und Verbesserungen, die zusätzlichen Natura-2000-Gebiete, den Kampf gegen den Flächenfraß, das neue Raumordnungsgesetz in Salzburg, den Naturpark Salzachauen, den Masterplan Klima & Energie 2050 in Salzburg, um nur einige wenige zu nennen.
Aber umgekehrt stelle ich Ihnen eine Frage: Wo war denn IHRE Unterstützung für uns Grüne, als wir für unbequeme Umweltmaßnahmen beschimpft wurden? Haben Sie uns bei Tempo 80 zum Schutz der Gesundheit verteidigt? Wo war der Umweltdachverband, als wir in Salzburg den Ausbau großer Einkaufszentren gestoppt haben und dafür als „Arbeitsplatzverhinderer“ hingestellt wurden, weil wir dem Flächenfraß unserer begrenzten Böden Einhalt geboten haben?
Umweltschutz ist unbequem und braucht zu allererst Kooperation und gegenseitige Unterstützung der Menschen, die sich redlich um Verbesserungen bemühen. Ihren Leserbrief werden wir Grüne schon aushalten, aber mit Ihrer feindseligen Haltung gefährden Sie die kostbarsten Ressourcen für eine erfolgreiche Umweltarbeit: Zusammenarbeit und Motivation.
LH-Stv. Astrid Rössler
Landessprecherin GRÜNE Salzburg