KLIMAPOLITIK: WANN, WENN NICHT JETZT?
„Ist die Erde noch zu retten?“, das haben wir den Grünen Landwirtschafts- und Umweltsprecher Salzburgs, LAbg. Rupert Fuchs, anlässlich des Inkrafttretens des ersten global verbindlichen UNO-Weltklimavertrag gefragt.
Am 4. November 2016 war ein großer Tag: Der erste global verbindliche UNO-Weltklimavertrag trat in Kraft. Manche Menschen fragen sich aber: Liegt die Rettung der Erde überhaupt noch in unserer Macht?
Die Lage ist jedenfalls sehr ernst. Wir leben ökologisch seit Jahrzehnten auf Pump. Umso bedeutender ist dieser Vertrag, denn nur wenn wir weltweit geschlossen gegen den Klimawandel ankämpfen, können wir der Katastrophe entgehen.Mit jedem Tag, den wir zuwarten, werden unsere fossilen Rohstoffe und das Wasser knapper, es verschwinden Tier- und Pflanzenarten, der Boden trocknet aus. Die weiteren Folgen sind kaum auszudenken.
Was muss passieren, damit diese Entwicklung aufgehalten wird?
Wir müssen raus aus Öl, Kohle, Gas und stattdessen den Ausbau der erneuerbaren Energie schleunigst vorantreiben – das hat oberste Priorität. Für Österreich bedeutet das, dass wir –allen voran die Bundesregierung – den Vertrag jetzt rasch mit Leben füllen muss. Was es jetzt braucht, ist mehr als heiße Luft – jetzt heißt es: anpacken und Taten setzen!
Welchen Beitrag kann ein kleines Land wie Österreich überhaupt leisten?
Österreich zählt derzeit im EU-Vergleich zu den Klimaschutzschlusslichtern. Gleichzeitig ist der Klimawandel bereits deutlich spürbar: Das Jahr 2015 war eines der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Hitze-Rekorde, Trockenheit, beschleunigte Gletscherschmelze verursachen immense wirtschaftliche Schäden. Höchste Zeit also, dass wir ganz auf erneuerbare Energiequellen setzen, den öffentlichen Verkehr ausbauen, den Treibhaus-Ausstoß senken usw. Die Salzburger Landesregierung hat sich hier beispielsweise mit dem „Masterplan Klima und Energie“ ambitionierte Ziele gesetzt – diese gilt es jetzt umzusetzen!
Es gibt den Ausspruch, dass Klimaschutz am Teller beginnt. Was ist damit gemeint?
Das bedeutet, dass jede und jeder einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Mit jeder Entscheidung, was man kauft, wie energieintensiv man lebt oder auch was man isst, nimmt man direkten Einfluss auf das Klima. Am einfachsten ist es, Umweltpolitik mit dem Einkaufswagen zu machen: Du musst dich nur für Bio-Nahrungsmittel, Ökostrom und andere umweltfreundliche Produkte entscheiden.