Kurzeitpflege verbessern – Pflegende Angehörige entlasten
Die Kurzzeitpflege ist für pflegende Angehörige ein wichtiger Rettungsanker, wenn sie eine Auszeit nehmen wollen. Aktuell ist das Angebot in Salzburg mangelhaft. Die GRÜNEN fordern in einem Antrag, die Kurzzeitpflege auszubauen und den Zugang zu erleichtern.
Kurzzeitpflege ermöglicht wichtige Auszeit
„Die Leistung pflegender Angehöriger kann gar nicht hoch genug geschätzt werden, oft sind sie von morgens bis abends ununterbrochen im Einsatz. Immer wieder kommen Angehörige dabei aber an ihre psychischen und gesundheitlichen Grenzen. Hier kann die Kurzzeitpflege eine vorübergehende Auszeit bieten“, sagt die Gesundheitssprecherin der GRÜNEN Kimbie Humer-Vogl.
Angebot in Salzburg mangelhaft, schwer zugänglich und zu teuer
Wer für seinen Angehörigen oder seine Angehörige ein Kurzzeitpflegebett in Anspruch nehmen möchte, sieht sich allerdings mit drei großen Hürden konfrontiert.
Erstens gibt es nur wenig Angebot an Kurzzeitpflegebetten, die Wartezeiten sind daher lange. Die Gründe dafür sieht Humer-Vogl in der Finanzierung dieser Betten: „Ein Ausbau des Bettenangebots ist mit der aktuellen Finanzierungsstruktur nicht zu erwarten. Denn das Land zahlt nur für die Tage, an denen die Betten auch belegt sind. Für jeden unbelegten Tag entstehen den Heimträgern hohe Kosten. Und in der aktuellen Pflegekrise ist es auch nicht möglich Personal dafür abzustellen.“ Die GRÜNEN fordern die Finanzierungsstruktur für die Seniorenwohnhaus-Träger auf neue Beine zu stellen.
Zweitens müssen die Kosten auch für Angehörige abgefedert werden. Eine Auszeit durch Kurzzeitpflege darf keine Frage des Geldes sein. Derzeit werden Kurzzeitpflege-Aufenthalte die ersten 14 Tage mit €50 Euro pro Tag von Land gefördert, die restlichen Kosten trägt die zu pflegende Person. Auch das Pflegegeld bekommt in dieser Zeit das Seniorenwohnhaus. Für viele Familien sei das nicht leistbar, glaubt Humer-Vogl. „Es braucht hier zumindest eine Härtefallregelung, damit die notwendige Auszeit nicht an finanziellen Hürden scheitert. Solche Regelungen muss es natürlich auch für pflegende Eltern von erwachsenen pflegebedürftigen Kindern geben„, ist Humer-Vogl überzeugt und resümiert: „Ohne pflegende Angehörige wäre unser Pflegesystem längst zusammengebrochen. Wir müssen daher alles dafür tun, diesen Menschen den Alltag zu erleichtern.„
Und drittens werden Angehörige auf der Suche nach einem Kurzzeitpflegeplatz allzu oft alleine gelassen. „Die freien Plätze müssen Angehörige selbst finden, oft braucht es dazu stundenlange Telefonate mit den verschiedenen Anbietern“, erklärt Humer-Vogl. „Das ist neben der Pflege einfach nicht zumutbar.“ Die Organisation der Bettenvergabe müsse daher neu aufgestellt werden, sagt Humer-Vogl und fordert „Künftig sollte ein Mausklick oder ein Anruf genügen, und schon bekomme ich einen Pflegeplatz.„
Eine neue Finanzierungsstruktur, höhere Zuschüsse und organisatorische Umstrukturierungen gefordert
Humer-Vogl schlussfolgert: „Das Land Salzburg muss mehr Geld für die Kurzzeitpflege ausgeben, damit das Angebot ausgebaut werden kann und alle Menschen sich das Angebot leisten können. Und die Vergabe der Betten muss vereinfacht werden. Südtirol wäre hier zum Beispiel ein gutes Vorbild. Dort gibt es eine zentrale Liste, mit allen freien Plätzen. So können die Menschen auf einen Blick sehen, wann es freie Plätze gibt. Es reicht nicht, den pflegenden Angehörigen ausschließlich Wertschätzung entgegen zu bringen, wir müssen sie auch bei ihrer wertvollen Arbeit tatkräftig unterstützen.“ Die GRÜNEN bringen einen entsprechenden Antrag am Mittwoch, den 13.12.2023, im Landtag ein.