LKW statt Schiene - Stieglbahn vor dem Aus?
Wie heute bekannt wurde, hat Stiegl den Betreibervertrag mit der SETG gekündigt, was das Ende für den Güterverkehr auf der Stieglbahn ab Dezember bedeutet. Die GRÜNEN in Stadt und Land warnen daher nun vor dem Aus der Bahn. „Wird der Betrieb auf der Stieglbahn eingestellt, dann geht auch die Konzession verloren, was wohl generell das Aus für diese Strecke bedeuten würde“, so die Verkehrsstadträtin Anna Schiester und der GRÜNE Verkehrssprecher im Landtag Simon Heilig-Hofbauer in einer ersten Reaktion. Sie fordern daher eine langfristige Absicherung dieser Bahnstrecke: „Es braucht eine Zukunftsperspektive für die Stieglbahn und zwar sowohl für den Güter- als auch den Personenverkehr„, so die beiden Verkehrspolitiker:innen.
Runder Tisch mit allen Beteiligten
Da die Zeit drängt, müsse nun rasch gehandelt werden. „Alle Beteiligten – von Stiegl und SETG bis zu Stadt und Land – müssen nun an einen Tisch, um die Optionen für den Fortbestand der Stieglbahn auszuloten“, so Heilig-Hofbauer. Er weist darauf hin, dass die Betriebseinrichtungen, wie Gleis- und Signalanlagen der Anschlussbahn-Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft m.b.H. (ABVG) gehören, die über mehrere Beteiligungsebenen im Mehrheitseigentum von Stiegl-Chef Kiener steht. „Eine langfristige Lösung für die Stieglbahn kann es also nur mit Stiegl geben“, so Heilig-Hofbauer.
Auch Papyrus betroffen
Neben Stiegl ist auch die Firma Papyrus betroffen, für die von der SETG wöchentlich etwa gleich viele Waggons wie für Stiegl transportiert werden. „Die 3,4 Kilometer lange Strecke ist also weiterhin auch für den Transport von Gütern relevant“, so Schiester. „Gleichzeitig besteht die Chance, auf der Stieglbahn in den nächsten Jahren auch Personenverkehr zu entwickeln. Diesbezüglich gab es schon konkrete Gespräche mit dem Verkehrsministerium und den ÖBB.“ Dafür müsse aber die Infrastruktur erhalten werden. „Wird die Anschlussbahn gänzlich geschlossen, dann ist auch dieses Möglichkeitsfenster zu“, so Schiester. Daher brauche es jetzt „mutige Entscheidungen mit Weitblick“, so Schiester abschließend.