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22.01.2020 Presseaussendung

MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN: GEHALT STATT TASCHENGELD

aufgestapelte Münzen aus denen eine Pflanze wächst

Klubobfrau Humer-Vogl fordert fairen Lohn und Absicherung für Menschen, die in Werkstätten und inklusiven Betrieben arbeiten

Die Probleme von Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt kamen am Mittwoch im Ausschuss des Salzburger Landtags zur Sprache. Als ExpertInnen waren VertreterInnen der Volksanwaltschaft sowie SelbstvertreterInnen anwesend. Sie haben erneut die unbefriedigende Situation für jene 22.000 Menschen thematisiert, die in Österreich in Tageswerkstätten arbeiten, aber keinen Lohn erhalten, sondern nur ein Taschengeld. Für ihre Arbeit sind sie weder sozial-, noch kranken-, noch pensionsversichert. Ein weiterer Missstand: Seit einigen Jahren steigt die Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderungen wieder.

Kritik daran übt Klubobfrau LAbg. Kimbie Humer-Vogl seit jeher: „Menschen, denen MedizinerInnen aufgrund ihrer Behinderung eine Leistungsfähigkeit unter 50 Prozent attestieren, sind auf die Arbeit in Werkstätten angewiesen. Dort sind sie in keiner Weise sozial abgesichert. Sie müssen sich wie Kinder bei einem Elternteil mitversichern und sind ein Leben lang von ihrer Familie bzw. der Sozial- und Behindertenhilfe abhängig. Diese Menschen müssen auch im Alter noch in den Werkstätten arbeiten und bleiben ein Leben lang am Existenzminimum“, kritisiert sie. Die Regelung widerspricht der UNO-Behindertenrechtskonvention.

Die GRÜNEN fordern fairen Lohn uns soziale Absicherung und unterstützen damit eine Forderung zahlreicher Behindertenorganisationen.

Klubobfrau Humer-Vogl: ​

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Arbeit von Menschen mit Behinderungen weniger wert sein soll, als die Arbeit anderer Menschen. Sie verdienen es, fair bezahlt zu werden, sozialversichert zu sein und individuelle Pensionsansprüche zu erwerben!“

​Die schwarz-grüne Bundesregierung hat sich darauf geeinigt, eine Beschäftigungsoffensive für Menschen mit Behinderung zu starten und dieses Thema anzugehen

LH-Stv. Schellhorn: Mehr Geld für Teilhabe und Inklusion  

Das Sozialbudget des Landes unter Führung von LH-Stv. Heinrich Schellhorn sieht unterdessen heuer für Menschen mit Behinderung 115 Mill. Euro vor, das sind um 5,5 Mill. Euro mehr als 2019 . Dadurch könne die persönliche Assistenz um elf Plätze aufgestockt werden, heißt es im Büro des grünen LH-Stv. Heinrich Schellhorn. Mehr Geld gebe es auch für die pflegerische Betreuung von beeinträchtigten Schülern. Zudem könnten 60 Plätze für Wohnen und Tagesstruktur geschaffen werden. 2,75 Mill. Euro entfallen auf die Anpassung der Tarife für die Einrichtungen zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.

Schellhorn: 

„Jeder Euro, den wir für mehr Teilhabe und Inklusion ausgeben, ist ein mehrfacher Gewinn für die Menschen in Salzburg – für die Betreuerinnen und Betreuer, die in diesem Bereich arbeiten, für die Menschen mit Behinderungen, die selbstbestimmter leben können, und für alle Salzburgerinnen und Salzburger, weil der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft gefördert wird.“

​SN: Lohn statt Taschengeld für Behinderte: Landtag diskutiert

Kimbie Humer-Vogl

Landtagsabgeordnete, Gemeindevertreterin Hallein

[email protected]
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