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28.04.2026 Breaking News

Mobilität: Nachhaltig bewegen

Jeder Weg beginnt und endet zu Hause – damit wird mit der Lage der Wohnung die erste Entscheidung über das Verkehrsmittel getroffen. Salzburger:innen verwenden täglich rund eine Stunde für ihre Wege. Welches Verkehrsmittel sie nutzen, hängt dann von der Qualität der Abstellplätze für Fahrräder und Autos sowie den Radwegen ab.

Zu Fuß – bis 1km

In zentraler Lage können viele Erledigungen – Einkäufe, Schulweg – zu Fuß erledigt werden. Fünf bis zehn Kilometer täglich tun Herz, Kreislauf und Wohlbefinden gut.

Mit dem Fahrrad – 500 m bis 10 km

Ob Wege mit dem Rad zurückgelegt werden, hängt von Alter, Familiensituation und Gesundheit ab. Ein stark unterschätzter Faktor ist der Abstellplatz: Autofahrende öffnen per Fernbedienung die Tiefgarage – Radfahrende müssen ihr Fahrrad oft durch mehrere chwere Türen tragen, sofern überhaupt ein Fahrradraum vorhanden ist. Das allein ist oft schon Hinderungsgrund genug. Erst seit 2015 schreibt das Land Salzburg zwei Fahrradabstellplätze pro Wohnung (nur bei Häusern mit mehr als fünf Wohnungen) vor, über Qualität und leichte Erreichbarkeit gibt es erst seit 2021 Verordnungen. Eugendorf schreibt in seiner Stellplatzverordnung bei jeder Wohnung zwei Fahrradabstellplätze vor.

öffentlicher Verkehr

Idealerweise liegt die nächste Bushaltestelle weniger als 500 Meter entfernt, mit Intervallen von zehn bis fünfzehn Minuten in der Morgenspitze und dreißig Minuten tagsüber. Der Flachgau ist dabei gut ausgestattet: Der Buskorridor nach Eugendorf fährt Mo bis Sa alle fünfzehn Minuten von 6:30 bis 20:00, zu den Tagesrandzeiten und sonntags alle dreißig Minuten. Ergänzend verkehren MEX (MitteExpressbusse), die in Eugendorf auf die Autobahn fahren und direkt bis Salzburg Mitte und in die Innenstadt führen.

Fahrgemeinschaften

Wo der öffentliche Verkehr nicht aus reicht, sind Fahrgemeinschaften die günstigste Alternative – oft für den Hinweg, während der Heimweg mit dem Bus erledigt wird.

Carsharing

Wer nur ein- bis drei Mal pro Woche ein Auto braucht, fährt mit Carsharing am günstigsten (Mehr Info: www.carusocarsharing.com). Bis 5.000 km pro Jahr ist es deutlich günstiger als ein eigenes Auto – und spart auch Zeit, da Reifenwechsel und Wartung andere übernehmen.

Eigenes Auto

Manche nennen es „Stehzeug“, andere „fahrende Heizung“: Eigene Autos stehen meist 23 Stunden am Tag und beanspruchen rund 60 m² Fläche. Bei Verbrenner-Fahrzeugen wird etwa zwei Drittel der Energie als Wärme abgegeben, nur rund 30 Prozent dienen der Fortbewegung. Pro zugelassenem Auto kommen noch 300 m² asphaltierte Straße dazu. Das geht sich in der Zukunft nicht mehr aus – wir brauchen mehr Flächen für Wiesen, Bäume, Kinderspielplätze und Orte der Erholung für die Menschen.

Förderungen für den Öffentlichen Verkehr

Schülerinnen und Schüler sind mit der SUPER s’COOL-CARD das ganze Jahr super günstig unterwegs – ab Juni / Juli kann diese Mobilitätskarte bereits für das nächste Schuljahr 2026/27 erworben werden – das ganze Jahr im ganzen Bundesland um 96 Euro mobil sein. (Die s’COOL-CARD gilt nur an Schultagen. Kinder und Jugendliche sollen auch an den Wochenenden und in den Ferien unterwegs sein. Einzelfahrten sind viel teurer) – Die SUPER s’COOL-CARD kostet abzüglich der Schoolcard und der Förderung nur 1 Euro pro Woche. Alle Gemeinden des Seenlands zahlen Schüler:innen 20 Euro zur SUPER s’COOL-CARD dazu, einige andere Gemeinden haben auch Förderungen.

 

Eugendorf zahlt 66 Euro beim erstmaligen Kauf eines Klimatickets (Öffi-Jahreskarte) dazu, Menschen mit wenig Einkommen können diese Förderung jährlich beantragen.

 

Tage gratis Bus fahren im Bundesland Salzburg:

Fast alle Gemeinden haben zwei Jahreskarten zum Ausleihen: (Eugendorf hat 14 Jahreskarten zum Ausleihen) – mit diesen übertragbaren Jahreskarten können an Wochenenden und Feiertagen zwei Personen im ganzen Bundesland gratis alle öffentlichen Verkehrsmittel verwenden.

Mobilität: Tipps

Fahrrad

Bei Wohnungen werden sehr gute und leicht erreichbare Fahrradabstellplätze gleich mitgeplant – das Fahrrad soll leichter erreichbar sein als das Auto. In Siedlungen werden nachträglich überdachte Fahrradabstellplätze errichtet. Die Gemeinde kann mit einfacher Mehrheit beschließen, dass im Neubau pro Wohnung zwei Fahrradabstellplätze errichtet werden. (Beschluss der Gemeinde ist für Häuser mit ein bis fünf Wohnungen erforderlich – da schreibt das Land keinen einzigen Fahrradabstellplatz vor.)

 

Auto

Wenn eine neue Siedlung gebaut wird, dann nach Möglichkeit in guter Lage und mit einem oder zwei Carsharing-Autos – im Flachgau gibt es mehrere Carsharing-Anbieter. Ein Carsharing-Auto ersetzt im Schnitt zehn bis 20 private Kfz. Dazu braucht es gute Mobilitätsplanungen von Seiten der Gemeinde und der Bauträger. Gesetzlich gibt es diesbezüglich noch keine Vorschriften, aber es gibt in Salzburg schon mehrere gute Vorbilder – zwei davon in Eugendorf.

Angela Lindner

Gemeinderätin und Sprecherin der Grünen Eugendorf

[email protected]
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