Neues Landesmobilitätskonzept
Heute wurde das neue Landesmobilitätskonzept für die Jahre 2026-35 vorgestellt. Lob gibt es seitens der GRÜNEN für den partizipativen Erstellungsprozess. „Das neue Landesmobilitätskonzept wurde unter Abhaltung eines Bürger:innenrates und mit einem breit angelegten Partizipationsprozess, an dem viele Expertinnen und Experten teilgenommen haben, erstellt. Viele gute Ansätze aus diesen Beteiligungsformaten haben es nun auch in das finale Papier geschafft“, freut sich der GRÜNE Mobilitätssprecher LAbg. Simon Heilig-Hofbauer.
Verkehr ist Klimasünder Nummer eins
Gleichzeitig übt er aber auch Kritik. „So wird im Landesmobilitätskonzept wörtlich festgehalten, dass der Verkehrssektor in Salzburg am meisten zur Klimakrise beiträgt“, so Heilig-Hofbauer. Konkret stammten 38 Prozent der Treibhausgas-Emissionen Salzburgs im Jahr 2023 aus dem Verkehr. Während die Treibhausgasemissionen in Salzburg zwischen 1990 und 2023 insgesamt um drei Prozent sanken, sind sie im Verkehr um über 50% gestiegen. Ohne Verkehrssektor hätten die Treibhausgasemissionen in Salzburg um etwa 20 Prozent abgenommen. „Der Verkehr ist Salzburgs Klimasünder Nummer eins. Die Emissionen haben in den letzten Jahren weiter zu- statt abgenommen. Daran wird sich mit vagen Absichtserklärungen und unkonkreten Maßnahmen auch in Zukunft wenig ändern“, warnt der GRÜN-Abgeordnete. Neben dem stärkeren Umstieg auf den Umweltverbund (Zufußgehen, Radfahren, Öffis) brauche es dringend mehr Tempo bei der Elektrifizierung des Verkehrs. „Salzburg verbrennt jährlich Benzin und Diesel im Wert von hunderten Millionen Euro. Das zerstört Umwelt und Klima und entzieht unserer regionalen Wirtschaft wichtige Wertschöpfung. Egal ob Autos, Güterverkehr oder Öffis, Elektrifizierung ist überall das Gebot der Stunde. Leider fährt Salzburg hier seit Jahren mit angezogener Handbremse“, so Heilig-Hofbauer.
Blick in die Detail-Zahlen offenbart Licht und Schatten
Ein Blick in die Detail-Zahlen offenbart Licht und Schatten. So feiert sich das Land dafür, dass der Anteil der mit dem PKW zurückgelegten Wege um sieben Prozent gesunken sei. „Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Denn die mit dem Auto gefahrenen Kilometer haben laut der letzten Verkehrserhebung des Landes um über eine Million Kilometer jährlich zugenommen. Das heißt, dass zwar relativ mehr mit Fahrrad, Bus und Bahn gefahren wird, gleichzeitig die mit dem Auto zurückgelegte Kilometerleistung weiter deutlich zunimmt“, so Heilig-Hofbauer. Er weist auch auf deutliche Unterschiede zwischen den Bezirken hin. „Der Rückgang beim Autoverkehr geht eigentlich ausschließlich auf das Konto der Stadt. Dort wurden an den Zählstellen sieben Prozent weniger Kraftfahrzeuge registriert, davon sechs Prozent weniger PKW und 13 Prozent weniger LKW. Gleichzeitig wiesen die Zählstellen des Landes in allen anderen Bezirken deutliche Zunahmen beim Kraftfahrzeugverkehr aus. Beim Autoverkehr betrug das Plus im Flachgau fünf Prozent, im Tennengau acht Prozent, im Pongau neun Prozent, im Lungau zehn Prozent und im Pinzgau sogar zwölf Prozent!“, so Heilig-Hofbauer. „Im Großteil des Landes wird also deutlich mehr Auto gefahren.“
Klimaticket sorgt für Öffi-Turbo
Durchaus erfreulich entwickeln sich die Öffi-Zahlen. „Das Land freut sich zu Recht über ein Fahrgast-Plus von 53,5 Prozent in den Öffis. Allerdings sollte dazu gesagt werden, dass dafür maßgeblich die bundesweite Einführung des Klimatickets durch Leonore Gewessler verantwortlich war“, so Heilig-Hofbauer, der gleichzeitig davor warnt, dass dieser positive Trend auch wieder abreißen kann. „Wenn der Preis des Klimatickets weiter so kräftig nach oben geschraubt wird, dann wird sich das früher oder später unmittelbar auf die Verkaufs- und Fahrgastzahlen auswirken. Seit 2025 ist bereits eine erste Stagnation bemerkbar“, so Heilig-Hofbauer. Er fordert daher eine Preisgarantie. „Die Preise für Klimaticket und Co. sollten, wenn überhaupt, nur moderat und jedenfalls unter der Inflation angepasst werden.“
Schienengüterverkehr bleibt Problemkind
Ein Problemkind bleibt der Schienengüterverkehr. „Fast 95 Prozent des gesamten Güterverkehrsaufkommens werden auf der Straße transportiert. Der mit 5,1 Prozent ohnehin bereits sehr bescheidene Anteil des Schienengüterverkehrs ist weiter rückläufig“, so der GRÜN-Abgeordnete. Er warnt hier vor weiteren deutlichen Einbrüchen: „Wenn man der Stieglbahn tatenlos beim Sterben zusieht und mit der Einführung von ETCS ab 2031 auch noch den Güterverkehr auf der Lokalbahn umbringt, dann wird von einer Verlagerung von der Straße auf die Schiene nichts zu sehen sein. Ganz im Gegenteil. Hier muss jetzt gehandelt werden, sonst sind die Bekenntnisse zum Schienengüterverkehr im Mobilitätskonzept nicht das Papier wert, auf dem sie stehen“, so Heilig-Hofbauer abschließend.