NICHT EINE MEHR – FEMIZIDE STOPPEN!
"Wir haben in Österreich ein Problem mit Männergewalt. Es ist höchst an der Zeit, diese Gewaltspirale endlich durchbrechen und dort ansetzen, wo Gewalt entsteht!"
„Allzu oft bekommen wir Gewalt gegen Frauen nur zu Gesicht, wenn es zu spät ist.“ LAbg. Kimbie Humer-Vogl, Klubchefin der GRÜNEN im Salzburger Landtag, zeigt sich erschüttert über die jüngsten Frauenmorde in Salzburg. Sie fordert – zusammen mit der Sprecherin der Grünen Frauen Salzburg, Anna Schiester, deutlich mehr Geld für Prävention, Männerarbeit, Aufklärungs- und Informationskampagnen und die Ausbildung der Polizei.
Humer-Vogl: „An allen Stellschrauben drehen, die es gibt“
„Morde an Frauen werden allzu oft als Beziehungstaten oder tragische Einzelfälle abgetan. Das sind sie aber nicht“, so Humer-Vogl. „Einem Mord geht in der Regel jahrelange psychische, verbale und körperliche Gewalt voraus. Das ist der Anfang, der allzu oft ignoriert, übersehen oder verharmlost wird. Wir müssen weiterhin daran arbeiten, gewaltbetroffene Frauen und Mädchen noch besser zu unterstützen. Polizei, Justiz und Interventionsstellen müssen stärker zusammenarbeiten, zusätzliche Risikofaktoren, zum Beispiel Alkohol, müssen in die Risikoanalysen miteinbezogen werden. Und es muss eine Selbstverständlichkeit werden, dass alle Frauen, die Gewalterfahrungen machen, auch rasche, unbürokratische und kostenlose psychologische Hilfe und Begleitung bekommen“, so die Abgeordnete. „Wenn es um Gewaltschutz geht, sind Wartezeiten untragbar.“ Sie fordert mehr Geld für Aufklärung, Information und Präventionsmaßnahmen: „Schon Jugendliche müssen ihre Rechte kennen, jede Frau sollte außerdem wissen wo sie Hilfe bekommen kann.“
Schiester: „Dort ansetzen, wo Gewalt entsteht – bei den Männern“
Entsetzt und wütend zeigt sich auch Anna Schiester, Sprecherin der Grünen Frauen Salzburg. „Es ist unerträglich“, sagt sie. „Wir haben ein Problem mit gewalttätigen und frauenverachtenden Männern. Es ist höchste Zeit, diese toxischen Mechanismen zu benennen, das hierarchische, konkurrenzorientierte Männlichkeitsbild aufzubrechen und dort anzusetzen, wo die Gewalt entsteht: bei den Tätern, bei den Männern.“ Schiester unterstützt sowohl eine massive Erhöhung der Mittel für den Gewaltschutz als auch die rasche Wiedereinführung multiinstitutioneller Fallkonferenzen bei Hochrisiko-Fällen: „Es braucht keine Herkunftsforschung und keine Ursachenforschung. Wir kennen die Ursachen. Es braucht mehr Geld für den Gewaltschutz – viel mehr Geld! Wir wollen von der Frauenministerin endlich Taten sehen!“