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22.04.2015 Presseaussendung

CHRISTIAN-DOPPLER-KLINIK: NS-VER­GANGEN­HEIT AUFGEARBEITEN!

blau schwarze Textur als Hintergrund

„Dürfen uns dem Erinnern und Aufarbeiten nicht verschließen.“ – FPÖ stimmte gegen GRÜNEN Antrag

ExpertInnen sollen prüfen, in welcher Form die Rolle der Christian Doppler-Klinik (CDK) während und nach der Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet werden kann. Das hat der Landtag auf Antrag der GRÜNEN heute, Mittwoch, mehrheitlich, allerdings gegen die Stimmen der FPÖ, beschlossen.

„Angesichts des Wiederaufkeimens rechtsnationalistischer Gesinnungen in Salzburg dürfen wir uns dem Erinnern und Aufarbeiten nicht verschließen. Insofern halte ich es für ein positives Signal, dass mein Antrag heute so breite Zustimmung gefunden hat“, freut sich die GRÜNE Sozialsprecherin LAbg. Kimbie Humer-Vogl. „Dass die Freiheitlichen sich zum wiederholten Male gegen die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit aussprechen, überrascht mich nicht. Die FPÖ zeigt einmal mehr ihr wahres Gesicht!“

MANTEL DES SCHWEIGENS LÜFTEN!

Die CDK, während der NS-Zeit Landesheilanstalt für Nerven- und Gemütskranke genannt, spielte während des Nationalsozialismus eine mehr als unrühmliche Rolle. Die Klinik beteiligte sich damals an der Aktion T4, also der systematischen Ermordung von 70.000 Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen. In der Zeit bis 1941 wurden insgesamt 262 Klinikpatienten und -patientinnen aus der Christian Doppler-Klinik abtransportiert und größtenteils in der Tötungsanstalt Hartheim ermordet.

Viel zu lange galt die Auseinandersetzung mit der Medizin während der Zeit des Nationalsozialismus als Tabu-Thema und wurde der Mantel des Schweigens über die Vergangenheit ausgebreitet. Psychisch kranke Menschen galten damals als erbbiologisch belastet und ihr Leben als minderwertig. „Wir müssen uns unserer Vergangenheit stellen. Das sind wir den Opfern schuldig“, betont die GRÜNE Sozialsprecherin Humer-Vogl. „Denn auch heute noch sehen sich Menschen mit psychischen Erkrankungen mit Ausgrenzung und Stigmatisierung konfrontiert.“

Kimbie Humer-Vogl

Landtagsabgeordnete, Gemeindevertreterin Hallein

[email protected]
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