ÖBB-TARIFREFORM BRINGT VERSCHLECHTERUNGEN FÜR FAMILIEN
„Verteuerungen um bis zu 37 (!) Prozent für Familien sind angesichts der nötigen Verkehrswende ein Rückschritt.“
Im Zuge ihrer Tarifänderungen, haben die ÖBB auch die Vorteilscards von acht Varianten auf vier reduziert. Grundsätzlich sieht die GRÜNE Verkehrssprecherin LAbg. Angela Lindner darin zwar eine Vereinfachung im Tarifdschungel der Bundesbahnen. Allerdings bringt die Reform der ÖBB-Ermäßigungskarten wesentliche Verschlechterungen für Familien mit sich. Der Teufel stecke dabei im Detail, betont LAbg. Lindner und kritisiert damit auch die undurchsichtige Informationspolitik der ÖBB.
Lindner kritisiert Rückschritt
„Angesichts der nötigen Verkehrswende in Richtung mehr öffentlicher Verkehr stellen die Reformen der ÖBB einen Rückschritt dar“, sagt Lindner. „Anstatt Anreize für Familien zu schaffen und sie dazu bewegen, vermehrt die öffentlichen Verkehrsangebote nutzen, führen die ÖBB Verschlechterungen ein. Ich befürchte, dass Familien durch solche Maßnahmen wieder verstärkt zum Auto greifen werden und die ÖBB damit wichtige Kunden und Kundinnen verlieren“, sagt Lindner.
Verschlechterungen für Familien im Detail
„Die einzige Verbesserung durch die Reform der alten Vorteilscard Familie ist, dass mit der neuen Vorteilscard Family in Zukunft jedes Elternteil auch mit Nichten, Neffen, den Kindern der Freunde und damit auch Patchwork-Familien kostengünstig unterwegs sein können.“
Alle anderen Veränderungen bedeuteten allerdings Verschlechterungen für die Familien, kritisiert Lindner und führt ihre Kritik näher aus:
Erstens müsse in Zukunft jedes Elternteil eine eigene Vorteilscard Family kaufen, bisher reichte eine Karte pro Familie aus. Das bedeutet: Zwei Mal 19 Euro statt bisher einmal 19,90 Euro. Das entspricht einer Verdoppelung des Preises.
Zweitens hätten Eltern bisher mit einer einzigen Vorteilscard Familie zum Halbpreis Bahn fahren können, ihre Kinder konnten bis zum 15. Lebensjahr gratis mitreisen. Mit der Einführung der „neuen“ Vorteilscard Family bräuchte in Zukunft jedes Elternteil eine eigene Ermäßigungskarte und es dürften pro Elternteil maximal zwei Kinder frei mitfahren. „Für Familien oder Alleinerziehende mit mehr als zwei Kindern stellt das eine deutliche Verschlechterung dar“, so Lindners Kritik.
Die dritte Verschlechterung für Familien ergäbe sich bei der Vorteilscard Classic, beklagt die GRÜNE Verkehrssprecherin: „Bisher war bei einer Vorteilscard Classic die Vorteilscard Familieinkludiert – sprich: Besaß ein Elternteil die Classic-Karte, konnten beide Elternteile zum Halbpreis und ihre Kindern bis 15 Jahre gratis fahren. Das soll sich laut ÖBB in Zukunftändern: Besitzt ein Elternteil die Vorteilscard Classic und will mit dem Partner und den Kindern die Bahn nutzen, muss jedes Elternteil zusätzlich auch die Vorteilscard Family kaufen, um in den Genuss der Ermäßigung zu kommen.“
Finanziell bedeutet das eine Verteuerung um 37 Prozent, rechnet die Verkehrssprecherin vor: „Statt bisher €99,90 für die Vorteilscard Classic, welche die Vorteilscard Familie inkludierte, muss man in Zukunft zusätzlich zur Classic-Karte (99 Euro) zweimal 19 Euro bezahlen. Das ergibt insgesamt 137 Euro.“