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20.04.2022 Presseaussendung

Österreich ist Europameister! Im Zubetonieren von Flächen

Löwenzahn auf Asphaltfläche

Ja, ihr habt richtig gelesen. Wir sind Europameister. Aber leider nicht im Fußball, Schwimmen oder einem anderen Sport, sondern im Zubetonieren von Flächen. Bei uns werden demnach mehr Flächen pro Jahr zugebaut, als irgendwo sonst in Europa.

Warum das ein Problem ist, liegt auf der Hand: Versiegelter Boden kann kein Wasser speichern, erhitzt die Luft und steht nicht mehr für die Nahrungsproduktion zur Verfügung, Er führt zum Verlust der Artenvielfalt und der Erholungsflächen für uns Menschen. Boden ist auch nicht vermehrbar und wird mit der Bebauung für Jahrzehnte anderen Nutzungen entzogen. Es ist auch eine Illusion zu glauben, dass mehr gewidmete Flächen zu günstigeren Wohnungspreisen führen, denn leider fördert man damit eher die Spekulation mit Grund und Boden, statt durch intelligente und effiziente Wohnbebauung dafür zu sorgen, dass Wohnen leistbar bleibt und junge Familien im Ort bleiben können.

 

Leider scheint das auch bei manchen Entscheidungsträger*innen in Koppl noch immer nicht angekommen zu sein. Die ÖVP fährt mit ihrer absoluten Mehrheit über die anderen Fraktionen drüber. Eigentlich wäre es beim Räumlichen Entwicklungskonzept (REK) höchst an der Zeit, eine Wende einzuleiten, Grünland zu schützen, noch unbebaute aber bereits gewidmete Flächen zu aktivieren und zentrumsnah dort sanft nachzuverdichten, wo dies möglich wäre. Stattdessen sollen nun Flächen auch in absoluten Randlagen gewidmet werden, neue riesige Gewerbeflächen an der Bundesstraße entstehen und eine gesetzlich vorgeschriebene aktive Bürger*innenbeteiligung wird einfach ignoriert, obwohl sowohl wir als auch die Aufsichtsbehörde darauf hingewiesen haben.

 

Und zusätzlich muss die Gemeinde für dieses Bauland auch die Infrastruktur bereit stellen: Kanal, Wasser, Gemeindestraßen, Schneeräumung, Schulen, Kinderbetreuung, Freizeitanlagen und Betreutes Wohnen für unsere Senior*innen. Das sind nicht nur Errichtungs-, sondern natürlich auch laufende Kosten, die da auf uns Steuerzahler*innen zukommen. Da sollte man sich– wie wir vom KAUZ finden – schon vorher Gedanken machen.

 

Wir haben den Eindruck, als stünde die ÖVP gewissen Grundeigentümer*innen mehr im Wort, als sinnvoll, effizient und klimafreundlich die Zukunft unserer (Enkel-)Kinder zu planen. Der zuständige Ausschuss ist zur Farce verkommen. Der Bürgermeister bestimmt vorab mit dem Ortsplanungsbüro im stillen Kämmerlein und setzt das Ergebnis dem Ausschuss vor. Dieser darf dann dazu ja sagen. Diese Friss-Vogel-oder-stirb-Vorgehensweise führt nicht dazu, dass hier im Sinne aller entschieden wird, sondern bedeutet vermutlich Klientelpolitik für einige wenige. Da können wir mit Sicherheit nicht zustimmen.

Zudem wird das Raumplanungsbüro ja mit unser aller Steuergeld bezahlt. Wir aber haben keinen Zugang, wenn wir eigene Ideen und Vorhaben vorbesprechen möchten, sondern müssen uns diese Expertise auf eigene Kosten und Zeit mühsam selbst zusammensuchen.

Das kann‘s ja nicht sein! Aber leider bestimmt die ÖVP mit ihrer absoluten Mehrheit offenbar alleine, wie die Zukunft in Koppl ausschaut.

 

Wir finden: Die Kopplerinnen und Koppler haben sich definitiv etwas besseres als das verdient, was jetzt als REK-Entwurf am Tisch liegt!

GR Wolfgang Hyden
GV Horst Köpfelsberger