29.01.2013
Presseaussendung
PSYCHOTHERAPIE VERSCHLAFEN!
Psychische Erkrankungen nehmen in der Bevölkerung stark zu. Die Regierung vernachlässigt jedoch die Bedürfnisse der PatientInnen. Wir wollen eine flächendeckende Psychotherapie auf Krankenschein.
Aus Patientensicht liegt die österreichische Psychotherapie seit zehn Jahren brach. Schon 1992 wurde die psychotherapeutische Behandlung per Gesetz der ärztlichen Hilfe gleichgestellt (in der 50. ASVG-Novelle). Eine kassenfinanzierte Psychotherapie war damit eingeführt, passiert ist allerdings nichts.
GESETZ OHNE UMSETZUNG
Dieses Gesetz wird seither nicht umgesetzt. Statt dessen wurde die Kontingentierung von kassenfinanzierter Psychotherapie und daneben die Zuschussregelung eingeführt. Der Zugang ist bundesländerweise verschieden und in einigen Bundesländern völlig ungeregelt. Daraus ist ein System gewachsen, das psychisch erkrankten Menschen gravierend benachteiligt und ungleich behandelt.
Für viele Betroffene ist es nicht möglich, die Therapie zu finanzieren. Der Zuschuss der Kassen wurde seit 1992 nicht erhöht und beträgt 21,80 Euro pro Stunde; eine Stunde kostet jedoch zwischen 80 und 120 Euro.