ÖVP und FPÖ lehnen Cannabisprävention ab
Die Sorge der Regierungsparteien ob der Gefahr von Cannabisimporten aus Deutschland, hat sich in der heutigen Ausschusssitzung als billiger Populismus herausgestellt. Einen Runden Tisch um die Herausforderung „Cannabis-Konsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen“ im eigenen Land anzugehen, wurde von den Regierungsparteien eindeutig abgelehnt. Vielmehr wollen sie auf Grenzsicherung gegen die Gefahr aus Deutschland setzen und forderten ein Bekenntnis des Landtages dazu, die Verbotspolitik fortzuschreiben. „Es ist unfassbar, dass die Regierung die Augen vor dem problematischen Cannabiskonsum unserer Jugend verschließt„, sagt die GRÜNE Landtagsabgeordnete Kimbie Humer-Vogl dazu und weiter: „Alle wissen von den Herausforderungen, die es hierzulande zu meistern gibt, stattdessen fletscht die Regierung die Zähne Richtung Deutschland und lehnt sich zurück. Währenddessen tappen immer mehr Jugendliche weiterhin ohne entsprechende Sensibilisierungs- und Präventionsprogramme in die Cannabisfalle.“ Wie mittlerweile üblich hat man übrigens bei der Diskussion Vertreter:innen der Regierung schmerzlich vermisst.
Hintergrund der Debatte ist die Legalisierung von Cannabisbesitz und –konsum in Deutschland: Im Nachbarland ist seit 1.4.24 der Cannabisbesitz und -konsum unter gewissen Umständen ab dem 18.Lebensjahr legal. Damit folgt Deutschland den Empfehlungen namhafter Expert:innen und kehrt der bisherigen Verbotspolitik den Rücken zu. Humer-Vogl stellt klar: „Diese Verbotspolitik führt weder zu einer erhöhten Sensibilisierung der Konsument:innen bezüglich der gesundheitlichen Gefahren des Konsums, noch zeige sie generalpräventive Wirksamkeit. Das bestätigen auch Expert:innen hierzulande, wie zum Beispiel die Österreichische ARGE Suchtvorbeugung.“ Die Kriminalisierung hingegen führt zu Stigmatisierung, Einschnitten in der Biografie und einen hohen Ressourceneinsatz der Exekutive. Außerdem würden Produktions- und Anwendungsunsicherheiten zu gefährlichen Situationen beim Konsum führen. Darüber herrschte auch im Salzburger Landtag Einigkeit. Die österreichische Verbotspolitik hat jedenfalls nicht dazu geführt, dass Jugendliche den Cannabiskonsum ablehnen, im Gegensatz, man muss davon ausgehen, dass der Konsum weiter zunimmt. Mit all seinen negativen Begleiterscheinungen wie Lern- und Gedächtnisdefiziten, Beeinträchtigungen der Impulskontrolle, dem sogenannten „Amotivationalen Syndrom“ oder drogeninduzierten Psychosen.
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