PANDEMIE BELASTET PSYCHE VON KINDERN UND JUGENDLICHEN
"Wir brauchen dringend Konzepte, wie Kinder und Jugendliche während und nach dem Lock-Down gezielt unterstützt werden können.“
„Die Welt von Kindern und Jugendlichen wurde in den vergangenen Monaten auf den Kopf gestellt, ihre Ängste und Sorgen zu wenig ernst genommen“, zeigt sich LAbg. Kimbie Humer-Vogl, Klubchefin der GRÜNEN im Salzburger Landtag besorgt über die Auswirkungen der COVID-Pandemie auf die Psyche von Kinder und Jugendlichen. „Wir dürfen sie nicht im Stich lassen“, so die Abgeordnete anlässlich des morgigen Weltkindertages.
Verändertes Verhalten von Kindern und Jugendlichen Anlass zur Sorge
„Das Fehlen von sozialen Kontakten führt oft zu Vereinsamung und Isolation. Das ist eine Gefahr für psychische Erkrankungen. Viele Kinder und Jugendliche müssen ihren Alltag nun oftmals auch alleine bewältigen, womit sie überfordert sind“, gibt Humer-Vogl zu bedenken. Das geht auch aus einer Umfrage des Instituts für Early Life Care der PMU und der Universität Salzburg hervor. So zeigten während des ersten Lock-Downs im März und April rund 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen Veränderungen im Verhalten. Sie waren in vielen Fällen bedrückter, ängstlicher und gereizter und hatten Konzentrationsprobleme. Bei Kindern bis zu drei Jahren waren Schlafprobleme an der Tagesordnung. „Kinder brauchen andere Kinder für ihre Entwicklung. Für sie ist es extrem wichtig, die Möglichkeit zu haben, sich zu bewegen und mit anderen unbeschwert spielen zu können. Dass Schulen und Kindergärten nun Betreuung anbieten begrüße ich sehr.“ Bei Jugendlichen kämen nebst dem Fehlen sozialer Kontakte Sorgen um die Berufsperspektive dazu.
Mehr Angebote für benachteiligte Kinder und Jugendliche schaffen
„Wir müssen den Kindern und Jugendlichen in der Pandemie eine stärkere Stimme verleihen. In einem ersten Schritt muss man sich ansehen, welche Kinder und Jugendlichen man aus den Augen verloren hat. Darauf aufbauend braucht es dringend Konzepte, wie sie während der Pandemie besser unterstützt werden können“, so Humer-Vogl. Das betreffe vor allem jene aus sozial schwächeren Familien. Denn Sorgen bereite ihr auch, dass sich Ungleichheiten, die es bereits vor COVID-19 gegeben hat, nun verstärken. „Langfristig müssen wir in mehr nachhaltige Maßnahmen zur Förderung der Chancengerechtigkeit investieren.“