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04.12.2020 Presseaussendung

REISEBESCHRÄNKUNGEN: AUSNAHMEN FÜR PFLEGEKRÄFTE ERMÖGLICHEN

"Ohne die Menschen aus anderen Herkunftsländern würde unser Pflegesystem total zusammenbrechen."

„Nach wochenlangen Entbehrungen wird es uns mit der neuen Verordnung der Bundesregierung zumindest ermöglicht, Weihnachten und den Jahreswechsel im Kreis der Familie zu feiern“ freut sich LAbg. Kimbie Humer-Vogl, Klubchefin der GRÜNEN im Salzburger Landtag. Leider gelte dies aber nur für jene, deren Familien tatsächlich in Österreich leben, wie der Bundeskanzler bei der Verkündung der neuen Maßnahmen mehrmals hervorhob. „Was es jetzt wirklich braucht, um die COVID-Krise erfolgreich zu bewältigen, ist ein Schulterschluss quer durch die Gesellschaft und kein Auseinanderdividieren.“

Menschen aus anderen Herkunftsländern halten Pflegesystem aufrecht

„Gerade in den Pflegeeinrichtungen arbeiten viele Menschen aus anderen Herkunftsländern. Ohne sie wäre unser ausgezeichnetes Pflegesystem längst nicht mehr aufrecht zu erhalten“, so Humer-Vogl. „Für diese Menschen gilt nun aber durch die neuen Bestimmungen, dass sie die Weihnachtsferien nicht bei ihren Familien im Ausland verbringen dürfen.“ Das sei gerade in den Pflegeberufen schwer nachzuvollziehen. Denn diese Menschen hätten von Beginn der Pandemie an mit großem Verantwortungsbewusstsein alles getan, um zu verhindern, dass das Virus durch eine eigene Ansteckung in die SeniorInnenwohnhäuser gelangt: „Alle haben sich sehr strikt an die Vorgaben gehalten und auch ihre privaten Sozialkontakte seit März eingeschränkt.“ Dazu komme noch, dass in den SeniorInnenwohnhäusern im Rahmen der Teststrategie der Bundesregierung ohnehin alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wöchentlich einem COVID-19-Schnelltest unterzogen werden. Mit dem Test zu Arbeitsbeginn nach den freien Tagen könnte damit auch jede vorsorgliche Quarantäne beendet werden. „Angesichts der anspruchsvollen Situation in diesem systemrelevanten Bereich ist das ein sinnvoller Schritt“, betont Humer-Vogl.

Österreich meint alle Menschen, die in Österreich leben

„Ob ich meine Familie in Österreich oder anderen Ländern mit vergleichbaren Infektionszahlen besuche, darf eigentlich keinen Unterschied machen. Ich bin sicher, es lassen sich Lösungen finden, um auch dem Personal aus der Pflege ein Weihnachtsfest im Kreis der Familie zu ermöglichen“, zeigt sich Humer-Vogl überzeugt. „Dieses Auseinanderdividieren in Österreicherinnen und Österreicher und Menschen aus anderen Herkunftsländern ist inakzeptabel und sollte im Jahr 2020 längst überwunden sein. Die österreichische Gesellschaft umschließt alle Menschen, die in Österreich leben.“