ROSITTENBACH - WIE IN EINEM SCHLECHTEN FILM
Die Grünen Grödig - Wasserschutzbauten, die trotz Warnung durch betroffene BürgerInnen von der Gemeinde nicht gewartet werden? Überschwemmungen als Folge dieses Versäumnisses? Diesbezügliche Stellungnahmen und Beschwerden von BürgerInnen, die im Sand verlaufen? Und ein Lösungsvorschlag seitens der Gemeinde wie aus einem Schildbürgerbuch?
Hier die kurze Darstellung einer mehrjährigen »Never-Ending-Story«, wie wir sie bisher in Erfahrung bringen konnten:
Herr Glück aus Glanegg weist seit 2002 die Gemeinde wiederholt auf die notwendige Wartung der Wasserschutzbauten des Rosittenbaches hin, weil die Gemeinde dafür zuständig sei. Er warnt vor der Gefahr einer Überschwemmung, da eine Geschiebesperre nicht funktionieren kann, wenn sie nicht ständig gewartet wird und von Schutt, Sand, Steinen und Holzteilen blockiert wird. Auch andere Bürger und Bürgerinnen des Ortsteils weisen darauf hin. Aber nichts passiert.
Dann passiert genau das: Überschwemmungen in den Jahren 2012 und vor allem 2014. Der übergehende Rosittenbach ergießt sich in die Siedlung und führt zu Schäden. Herr Glück, aber auch andere Anrainer und Anrainerinnen beschweren sich in der Folge bei Ämtern und Gremien der Gemeinde, auch beim Land Salzburg. Zwar finden daraufhin kleine Baggerarbeiten statt, die jedoch nach Einschätzung von Herrn Glück und anderen Anrainern nicht ausreichen.
In Summe werden über die letzten Jahre die zahlreichen Stellungnahmen und Beschwerden, auch ein Gutachten eines Bau- und Hydrogeologen, offensichtlich nicht ernst genommen. Herr Glück fühlt sich im Kreis geschickt von einem bürokratischen Spiel von Nicht-Zuständigkeit, Beschwichtigungen und Verantwortungsabwehr für die Misere. Ist das korrekt? Muss mit Bürgern und Bürgerinnen so umgegangen werden?
Im Jahr 2017 schlägt die Gemeinde schließlich einen Gefahrenzonenplan vor, der die Errichtung von Schutzmauern und einen Retentionsraum zwischen der Siedlung und der Autobahn enthält. Dagegen wehrt sich eine große Gruppe von Glaneggern und Glaneggerinnen: Weil dieser Lösungsvorschlag für sie keinen Schutz, sondern eine Bedrohung darstellt. Weil Steuergeld für sinnlose Lösungen verbetoniert wird. Und vor allem, weil sie in der Wartung und Adaptierung der bestehenden Anlage (ausreichendes Retentionsbecken oberhalb der Geschiebesperre, Holzrechen, Verbreiterung der Brücke über den Rosittenbach etc.) die bessere Lösung sieht, um die Siedlung vor Hochwassergefahren zu schützen.
Man kann kaum glauben, dass so etwas wirklich passiert. Das wäre wohl ein schlechtes Beispiel für Gemeindemanagement, für den Umgang mit Bürgern und Bürgerinnen und für sinnvolle, effiziente und umweltschonende Lösungen.