SALZBURG BRAUCHT EIN GREMIUM FÜR SENIORINNENFRAGEN
„Der demografische Wandel stellt uns vor Herausforderungen, die wir dringend lösen müssen.“
„In Salzburg sind derzeit 120.000 Menschen in Salzburg über 60 Jahre alt und der Anteil an hochbetagten und älteren Menschen in unserer Gesellschaft steigt kontinuierlich. Das stellt uns vor große Herausforderungen“, sagt die GRÜNE Sozialsprecherin LAbg. Kimbie Humer-Vogl. Daher wird sie in der Ausschusssitzung am kommenden Mittwoch, 19. Februar, einen Antrag zur Einrichtung eines unabhängigen, interdisziplinären Fachgremiums für SeniorInnenfragen einbringen.
Dieses Gremium – bestehend aus ExpertInnen der Bereiche Medizin, Pflege, Wissenschaft und Ethik – soll zukunftsträchtige Lösungsansätze für die vielfältigen Herausforderungen der älter werdenden Gesellschaft erarbeiten und der Politik beratend zur Seite stehen.
Die drängendste Frage sieht Humer-Vogl im Pflegebereich: „Studien zeigen uns, dass sich der Pflegebedarf in den kommenden Jahren verdreifachen werden. Wenn wir nicht bald handeln, werden wir uns bald mit einem eklatanten Pflegekräftemangel konfrontiert sehen!“
Ein ausgereiftes Konzept wird auch für die Unterbringung von pflegebedürftigen hochbetagten Menschen mit fortgeschrittener Demenz und/oder psychischen Erkrankungen benötigt: „Hier kommt es zu besonders hohen Belastungen für die Pflegekräfte, die nicht länger zumutbar sind! Entlastung ist dringend notwendig.“
Lebensqualität erhalten und ethische Fragen diskutieren
Dringend zu diskutieren seien auch andere grundlegende Fragen, so die GRÜNE Sozialsprecherin: „Wie gehen wir etwa mit geistig behinderten SeniorInnen um? Welche Hebel müssen wir in Bewegung setzen, sodass ältere Menschen möglichst lange zu Hause gepflegt werden können und ihre Lebensqualität erhalten bleibt? Verstärkt auseinandersetzen müssen wir uns auch mit den Thema der palliativen Versorgung, wie uns auch die aktuelle Sterbehilfe-Debatte wieder klar zeigt.“
Gerade hier müsse auch die Ethik im Vordergrund stehen, so Humer-Vogl, und spricht damit Themen wie etwa künstliche Ernährung oder lebenserhaltende Maßnahmen an.
Kultursensitive Pflege forcieren
Ein wichtiger Schwerpunkt des Fachgremiums soll auch das Thema Kultursensibilität sein: „In den kommende Jahren werden immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund pflegebedürftig werden und in Altersheimen unterkommen. Um hier möglichen Konflikten vorzubeugen, müssen wir schon jetzt die Kultursensibilität und die interkulturelle Kompetenz fördern.“
„All diese Spannungsfelder zu entschärfen und gemeinsam innovative Lösungsansätze zu finden, ist Ziel des Fachgremiums für SeniorInnenfragen“, so Humer-Vogl abschließend.