SCHLECHTE LUFT IN DER STADT
Rund 15 Prozent der Salzburger StadtbewohnerInnen sind von EU-Grenzwert-Überschreitungen (>=40µg/m³) bei Stickoxiden betroffen. Dieser Grenzwert ist laut WHO auf Dauer gesundheitsgefährdend. Zeit zu handeln!
In der Stadt Salzburg wurden für die Berechnungen zur Luftverschmutzung der TU Graz die Messwerte der Luftmessstation verwendet und es wurde mit einer Auflösung von 5 x 5 Metern unter Beachtung aller möglichen Einflussgrößen eine Karte erstellt. Trotz aller technischen und wissenschaftlichen Fortschritte bleibt ein Rechenmodell allerdings ein Rechenmodell und kann nur mit Beachtung einiger Grenzen herangezogen werden.
Denn wenn man nicht nur die Fläche, sondern auch die Betroffenenzahlen berücksichtigen will, muss man bedenken, dass viele Wohnungen von der straßenabgewandten Seite belüftet werden bzw. nach oben – in höher gelegenen Stockwerken – die Belastung abnimmt.
Dennoch kann gesagt werden, dass von den Stadteinwohnern (147.825 mit Hauptwohnsitz) immerhin rund 15 Prozent von EU-Grenzwert-Überschreitungen (>=40µg/m³) betroffen sind. Dieser Grenzwert ist laut WHO auf Dauer gesundheitsgefährdend. Zusätzlich müssen noch jene hinzugerechnet werden, die in der Stadt ihren Arbeitsplatz haben und sich somit auch in den gesundheitsgefährdenden Bereichen aufhalten und bewegen.
„Die Industrie wird immer wieder als ein Verursacher von NO2 vermutet. Tatsächlich verursacht die Industrie den geringsten Anteil. Auch die Lkw sind hauptsächlich an den großen Einfahrtsstraßen in die Stadt die Mitverursacher. Der Hauptanteil wird vom Pkw-Verkehrsaufkommen emittiert“, stellt Stadtrat Johann Padutsch fest.
Daraus schlussfolgert Padutsch die Konsequenzen für die Zukunft:
- Wohnraum muss geschaffen und die Pkw-Abhängigkeit durch Verbesserung der Alternativen reduziert werden. Das bedeutet konkret:
- Attraktivierung des Öffentlichen Verkehrs/Fuß- Radwegenetzes (z.B. neuer Radsteg über die Saalach für die überregionale Radschnellachse);
- Reduzierung des Pkw-Pendlerverkehrs (z.B. Stadtmaut). Damit auch Sicherstellung der Funktionen einer Intelligenten Ampelsteuerung innerstädtisch;
- Für PendlerInnen müssen möglichst nahe am Wohnort Anreize zum Umsteigen gesetzt werden (Ausbau von Park and Ride-Plätzen etc.);
- ÖPNV-Korridore in die Region attraktiveren.