SCHUMMELSOFTWARE BEI DIESEL-PKW AUCH IN ÖSTERREICH GEPRÜFT
"Tricksereien gehen zu Lasten der menschlichen Gesundheit und sind eine Täuschung der Konsumenten, die eigentlich ein umweltschonendes Fahrzeug kaufen wollten."
Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler begrüßt ausdrücklich die Ankündigung von Infrastrukturminister Jörg Leichtfried auch in Österreich Diesel-Fahrzeuge auf den Einsatz unerlaubter Abgas-Abschaltvorrichtungen zu prüfen. „Diese Tricksereien gehen zu Lasten der menschlichen Gesundheit und sind eine Täuschung der Konsumenten, die eigentlich ein umweltschonendes Fahrzeug kaufen wollten“, kritisiert Rössler die offenbar jahrelange technische Umgehung von Grenzwerten. „Es ist überfällig, dass nun auch in Österreich Fahrzeuge kontrolliert werden.“
Neben dem Volkswagen-Konzern, der ja zugegebener Maßen eine illegale Software weltweit in rund 11 Millionen Diesel-Fahrzeugen eingebaut hat, stehen auch andere Autohersteller im Fokus von Ermittlungen. So soll bei einigen Automodellen die Abgasreinigung so eingestellt sein, dass sie nach 22 Minuten abgeschaltet wird. Denn der Prüfzyklus im Testverfahren ist bislang mit 20 Minuten festgelegt.
Auch die Ausnutzung des sogenannten Thermofensters wird von vielen Autoherstellern sehr großzügig genutzt. Das Thermofenster erlaubt Unternehmen laut EU-Verordnung die Abgasreinigung zu reduzieren oder ganz abzustellen.
Ein Beispiel: die Firma Porsche ruft derzeit das Modell „Macan“ zurück. Bei diesem war die Abgasreinigung so eingestellt, dass sie bei unter 17 Grad Außentemperatur bereits heruntergefahren wurde. Umgelegt auf die Temperaturen in Salzburg heißt das: dieses Fahrzeug reinigt nur 25 Prozent der Zeit im Jahr die Abgase! Und reinigt sie vor allem dann nicht, wenn es am wichtigsten wäre, im Winter bei tiefen Temperaturen, wenn Inversionen die Schadstoffe ansteigen lassen.
Laut Deutschem Bundesverkehrsministerium wird bei der Umrüstung des Porsche Macan nun „das Thermofenster von 17 auf 5 Grad Außentemperatur geändert“. Das bedeutet für Salzburg immer noch, dass dieses Fahrzeug rund 30 Prozent des Jahres (speziell im Winter) viel zu hohe Stickoxid-Werte emittiert.
„Wir gehen davon aus, dass wenn alle Diesel-PKW die Prüfstandwerte auch auf der Straße einhalten würden, wir in Salzburg keine Grenzwertüberschreitungen bei Stickoxiden hätten“, so Rössler.