TEZ stellt Betrieb ein - Landesregierung sieht tatenlos zu
Morgen, Freitag, den 29. Mai 2026, ist der letzte Betriebstag des Tageselternzentrums (TEZ), nachdem dieses Konkurs anmelden musste und der Masseverwalter alle 160 Dienstverhältnisse per Ende Mai aufgelöst hat. „Zuletzt wurden vom TEZ 547 Kinder in ganz Salzburg betreut, ein Großteil davon steht ab kommender Woche nun ohne Betreuung da“, so der GRÜNE Landtagsabgeordnete und Bildungssprecher Simon Heilig-Hofbauer. Denn obwohl andere Träger angekündigt haben, einen Teil der Tageseltern übernehmen zu wollen, blieb bis zuletzt unklar, für wie viele Kinder es ab Juni ein Betreuungsangebot geben wird. „Wie betroffene Eltern berichten, gibt es für hunderte Familien nun zumindest für mehrere Wochen, wenn nicht Monate, kein Betreuungsangebot. Ein nahtloser Übergang ist in den allermeisten Fällen nämlich nicht möglich. Vielfach führt das nun dazu, dass sich Frauen für die Betreuung ihrer Kinder Urlaub nehmen müssen, oder sich dazu gezwungen sehen, Stunden zu reduzieren oder überhaupt ihren Job aufzugeben“, warnt Heilig-Hofbauer.
Kritik an Untätigkeit von FPÖ-Svazek
Kritik üben die GRÜNEN nun an der fortgesetzten Untätigkeit der ressortzuständigen Marlene Svazek (FPÖ). Denn das TEZ finanzierte sich aus Elternbeiträgen und öffentlichen Förderungen. Letztere wurden allerdings in den letzten Jahren trotz stark gestiegener Personalkosten nicht erhöht. „Obwohl die angespannte finanzielle Situation spätestens seit Sommer 2024 bekannt war, wurde das Thema von der Landesregierung politisch auf die lange Bank geschoben und Svazek hat tatenlos zugesehen“, so der GRÜN Abgeordnete. „Erst nachdem das TEZ im Februar 83 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet hatte, wurde dem Landtag im März eine Novelle zur Erhöhung der Förderung zur Beschlussfassung vorgelegt. Die rückwirkende Auszahlung sollte allerdings erst im August erfolgen. Zu spät für das TEZ.“ Denn durch den zwischenzeitlichen Abgang von 27 Tageseltern mussten Abfertigungs-, Überstunden- und Urlaubsansprüche abgegolten werden. Die ohnehin dünne Liquidität war damit dahin. Eine positive Fortbestehensprognose war nicht mehr möglich, ein Konkurs nicht mehr abwendbar. „Seit dem Bekanntwerden des TEZ-Konkurses ist Svazek auf Tauchstation. Die Eltern fühlen sich im Stich gelassen und sind völlig auf sich gestellt. Seitens des Landes gab es weder Informationen noch Unterstützung“, so Heilig-Hofbauer. „Die betroffenen Familien brauchen dringend Übergangslösungen und verlässliche Betreuungsangebote. Marlene Svazek muss endlich handeln“, so die GRÜNE Forderung.