TEURER WOHNRAUM: FÜR "SÜDTIROLER MODELL"
„Grund und Boden wird für die einheimische Bevölkerung erst dann wieder leistbar, wenn die Politik bereit ist, die Verwertungsinteressen der Grundbesitzer zu beschneiden."
Je höher der Preis, der für Grund und Boden zu bezahlen ist, desto höher ist der Gewinn für die Grundbesitzer. Im Umkehrschluss bedeutet das: „Wenn Wohnen für Normalverdiener billiger werden soll, dann ist das für die Grundbesitzer finanziell nachteilig: Was der eine weniger zahlt, wird der andere weniger einnehmen. Und genau zu solchen einschneidenden Maßnahmen war in den vergangenen Jahrzehnten keine einzige Landesregierung bereit.“ Auf diesen Nenner brachte heute, Mittwoch, LAbg. Cyriak Schwaighofer, der Wirtschaftssrpecher der GRÜNEN, die Landtagsdebatte zum Thema „Raumordnung und Grundverkehr“.
Schwaighofer erinnerte an die Debatten, die bereits während der 80er Jahre geführt wurden. Damals wurde in Salzburg heftigst über das „Südtiroler Modell“ diskutiert, freilich ohne dieses auch nur ansatzweise in die eigene Grund- und Bodenpolitik einfließen zu lassen.
Dabei ist Südtirol in der Mobilisierung von leistbarem Wohnraum erfolgreich wie kaum eine andere Region: „Bei Umwidmung in Bauland ist der Grundbesitzer verpflichtet, mehr als die Hälfte der Fläche zu einem klar definierten Preis für den sozialen Wohnbau zur Verfügung zu stellen. Nur die verbleibende Fläche kann er auf dem freien Markt verwerten. Kommt es innerhalb weniger Jahren nicht zu einer Verbauung, geht das Grundstück zur Verwertung an die Gemeinde. Außerdem werden mit der Umwidmung sofort Steuern fällig, wobei für die Besteuerung der tatsächliche Marktwert des Grundstückes herangezogen wird“, schildert Schwaighofer den Umgang mit Grund und Boden, wie er im konservativ regierten Südtirol seit Jahrzehnten praktiziert wird.
Der GRÜNE Fraktionsvorsitzende ist überzeugt: „Erst wenn die Politik bereit ist, die Verwertungsinteressen der Grundbesitzer zu beschneiden, kann Wohnen in Salzburg wieder billiger werden. Vor allem die ÖVP wird sich entscheiden müssen, welche Interessen sie höher bewertet: das der Grundbesitzer an einem möglichst hohen finanziellen Ertrag. Oder das Interesse der Bevölkerung an leistbarem Wohnraum.“