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15.03.2013 Presseaussendung

U-AUSSCHUSS: BEIRAT GAB STARTSCHUSS ZU PANIKVERKAUF

„In dieser Causa wimmelt es auf allen Ebenen von Fahrlässigkeit und Untätigkeit.“

„Da wurde die sofortige Auflösung von Geschäften empfohlen, die man gar nicht kannte. Von Finanzberatern würde ich mir erwarten, dass man sich zumindest kurz Zeit nimmt, einmal über die glattzustellenden Geschäfte drüber zu schauen, bevor man den Startschuss zum firesale – oder Panikverkauf – gibt.“ Für GRÜN-Abgeordnete und Ausschuss-Vorsitzende Astrid Rössler ergab die Befragung von Finanzbeirat-Mitglied Utz Greiner vor allem eines: „Bei der Auflösung der rund 250 Derivatgeschäfte wurde eine geradezu grob fahrlässige Untätigkeit an den Tag gelegt.“

 

Anfang September 2012 erhielt Greiner eigenen Angaben zufolge Kenntnis von zehn Geschäften, die nicht den Richtlinien entsprachen. Als ihm dann in den Folgemonaten mitgeteilt wurde, dass rund 250 solcher Geschäfte bestünden, habe er die Empfehlung gegeben, diese sofort aufzulösen. Die Geschäfte wären illegitim gewesen und hätten raschestmöglich beseitigt gehört. Eine tiefergehende Analyse der Geschäfte wäre angesichts des hohen Volumens „ein überflüssiger Luxus“ gewesen, meinte Greiner.

 

Dass die Geschäfte vor ihrer Auflösung im Beirat weder besprochen noch im Detail analysiert wurden, „gehört zu den vielen Fahrlässigkeiten, die sich der Beirat vorwerfen lassen muss“, meint Rössler. Eine weitere betrifft die komplette „Schattenportfolio“-Liste, welche Rathgebers Mitarbeiter am 3. August an Greiner gemailt hat. Der hatte das File zwar geöffnet, aber aufgrund der „vielen Zeilen“ gleich wieder geschlossen. Dazu Rössler: „Im Juli empfiehlt der Finanzbeirat dem Land, Monika Rathgeber die Vollmachten zu entziehen und zu prüfen, ob bei den Geschäften alles stimmt. Und dann schaut sich Greiner nicht einmal die Liste mit den Geschäften an, die er von Rathgebers Mitarbeiter gemailt bekommt? Das ist in jeder Hinsicht unglaublich!“