OHNE KONTROLLE & RISIKOBEWUSSTSEIN DURCH DEN DERIVATEHANDEL!
"Es hat sich nie jemand mit der Frage befasst, welche Verluste auf das Land im Falle eines Totalausfalles verschiedener Hochrisikogeschäfte zukommen könnten."
Die Befragung von LHStv. David Brenner (SPÖ), bis zu seinem Rücktritt im Jänner dieses Jahres ressortzuständiger Finanzlandesrat, hat das katastrophale Bild abgerundet, welches die Finanzabteilung überall dort gibt, wo es um Kontrolle oder Risikobewusstsein geht: Dass im Amt der Salzburger Landesregierung eine Abteilung „Interne Revision“ exisitert, war in der Finanzabteilung in all den Jahren nie ein Thema. „Es hat sich auch nie jemand mit der Frage befasst, welche Verluste auf das Land im Falle eines Totalausfalles verschiedener Hochrisikogeschäfte zukommen könnten“, resümiert GRÜN-Abgeordnete Astrid Rössler, Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, das „unglaubliche Kontrollversagen“.
Die Landesregierung – und hier allen voran der Finanzreferent – hat jahrelang am Haushalt vorbei einen Derivatetopf gepflegt und freudig die Gewinne eingestreift. „Das waren zwei-, mitunter sogar dreistellige Millionenbeträge. Bei solchen Dimensionen muss ich mir doch die Frage des dahinterstehenden Risikos stellen“, erklärt Rössler, die in diesem Zusammenhang an das Anlegerprofil erinnert, welches das Land gegenüber den Banken abgegeben hat: Darin hat Salzburg die allerhöchste Risikostufe angekreuzt – bis hin zum Totalausfall des eingesetzten Kapitals mit Nachschusspflicht! „Man lässt sich auf die Spielregeln des Spekulationskarussells ein und hält es nicht für notwendig, sich das Ausfallsrisiko in Euro ausrechnen zu lassen? Unfassbar.“