ARBEITERKAMMER TREIBT BILLIGSTBIETER-SPIRALE AN
„Preisdumping des BFI hebelt sozialpädagogische Qualität aus“ – BFI als 100-Prozent-Tochter der AK holt sich Auftrag auf Kosten von Beschäftigten.
Ausgerechnet die Arbeiterkammer ist nun dafür verantwortlich, dass jene MitarbeiterInnen des Vereins „Einstieg“, die das Projekt MEET betreuen, ihre Stellen verlieren. Der Grund: Die AK ist zu 100 Prozent finanzieller und organisatorischer Träger des BFI (Salzburg Bildungs GmbH), welches den Verein Einstieg nun beim Beschäftigungsprojekt MEET dank günstigerer Konditionen und Gehälter aus dem Markt gedrängt hat. Für Salzburgs Grüne Nationalratsabgeordnete Birgit Schatz, ihres Zeichens auch ArbeitnehmerInnensprecherin, ist die Vorgangsweise von AK und BFI empörend: „Über das BFI agiert die Arbeiterkammer im Grunde nicht anders wie die von ihr so gern gescholtenen Unternehmen, die sich die Position des Billigstbieters auf Kosten von Beschäftigten verschaffen.“
Der Hintergrund: Seit vielen Jahren wird in Salzburg das Projekt MEET (Mädchen in die Technik) vom Verein Einstieg betrieben. Elf erfahrene MitarbeiterInnen lehren und betreuen dort mit gutem Erfolg. Heuer wurde das Projekt seitens des AMS neu ausgeschrieben – doch nicht das bewährte Team, sondern das BFI bekam den Zuschlag. Aus Kostengründen. Konkret konnte das BFI den Verein durch niedrigere Miet- und Personalkosten (!) unterbieten.
„Pikant“ ist für GRÜN-Abgeordnete Schatz vor allem die Doppelstrategie der SPÖ: „Während sie politisch nach dem Best- statt Billigstbieterprinzip ruft, betreibt sie mit den eigenen beziehungsweise politisch nahen Strukturen einen Wettbewerb als bewusster, strategisch agierender Billigstbieter. Das von der SPÖ-dominierte Arbeiterkammer betriebene BFI macht so eine Gruppe von Menschen arbeitslos, die sie selbst als Problemgruppe für Arbeitsmarktschwerpunkte definiert“, kritisiert Schatz, denn: Neun der elf MitarbeiterInnen von MEET sind über 45 Jahre alt! Deren Chancen, am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen, seien nach Auslaufen des Projektes ziemlich schlecht, meint die GRÜN-Abgeordnete und setzt nach: „Diese Menschen werden übrigens als ‚Ältere Arbeitslose‘ der Arbeitsmarktpolitik schon bald mehr kosten, als das BFI dem AMS durch das Unterbieten erspart.“