Skip to main content
    Barrierefreiheit
14.10.2022 Breaking News

VERORDNETE PANIK

4 Vogelküken mit offenen Schnäbeln

Wir sollten uns nicht irre machen lassen. Derzeit leben wir in einem Tsunami an Horrormeldungen
(Inflation, Wien Energie bankrott, Strompreis verzehnfacht usw.), die jede für sich schon richtig sind. So, wie uns das von den Medien täglich eingehämmert wird, muss man annehmen, die wollen das Volk in Panik versetzen. In Summe verwandeln sich die trockenen Meldungen über Preiserhöhungen (zum Teil noch nicht einmal eingetreten) zu einer einzigen bedrohlichen Ankündigung des Weltunterganges. Es braucht einen nicht zu wundern, dass immer mehr Leute gar nicht mehr Zeitung lesen und den Fernseher erst nach der ZiB
aufdrehen.

 

In der Ukraine ist Krieg und wir bekommen vom Aggressor Russland immer weniger Erdgas – so viel steht
fest. Nie hat es jemand in der österreichischen Politik der Mühe wert gefunden, einmal zu erklären, warum unsere Energieversorgung ohne Not immer mehr vom russischen Erdgas abhängig gemacht werden »musste«. Kein Unternehmer des Landes käme auf die Schnapsidee, sich möglichst einem einzigen Lieferanten auszuliefern.

 

Die EU hat im Zuge der Liberalisierung des Strommarktes einen Wust an Detailvorschriften erlassen, die außer den hauptberuflichen Stromhändlern niemand mehr überblickt. Zweck: Das Funktionieren des Marktes muss sichergestellt werden. Dabei haben die hohen europäischen Organe ein Modell der Preisbildung eingeführt, wonach das teuerste europäische Kraftwerk den Großhandels-Strompreis für den ganzen Kontinent bestimmt. Das System ist so intelligent, dass es jetzt, mitten in der Krise, dringend entsorgt werden muss.

 

Das bedeutet, die überfallsartige Vervielfachung der Strompreise wird sich nicht halten lassen. Unter anderem auch deshalb, weil Wirtschaftsunternehmen nicht die »normalen« Strompreise bezahlen, sondern eigene Verträge mit ihren Stromlieferanten haben und in diesen Verträgen die Großhandelspreise viel stärker durchschlagen. Und gegen alle Wirtschaftstreibenden Europas kann selbst die EU auf Dauer nicht Klavier
spielen.

 

Richtig böse Auswirkungen hat das EU-Strompreis-System auf der psychologischen Seite. Die permanent
getrommelte Verzehnfachung der Großhandelspreise beim Strom führt dazu, dass plötzlich auch die Pellets- Erzeuger mehr verlangen – schließlich brauchen auch sie Strom. Damit ist die Massenpsychose bereits vorprogrammiert: Die mit angeblichen Preisexplosionen dauerbombardierten Kunden kaufen den Pelletsmarkt leer und merken gar nicht, dass ihre Panik es sein könnte, die die Pelletspreise
hochtreibt. (Die Strom-Preisexplosionen sind nur angeblich solche, weil es sich dabei um Großhandelspreise
handelt. Wieviel davon die Konsumenten treffen wird, werden wir erst sehen.)

 

Es gibt auch jetzt noch Unternehmer, die bei dem Preiswettlauf nicht dabei sein wollen. Die bei fairen Preisen
bleiben und dafür auch morgen noch Kunden haben. Die schaffen es halt nicht in die Schlagzeilen.

Beitrag teilen