Verordnung zum Vogel-Abschuss ohne Faktenbasis
Gestern wurde die Abschlussplanverordnung für Raben und Wasservögel von der schwarz-blauen Landesregierung vorgelegt. Darin ist seitenweise zu lesen, welche Vögel wo entnommen werden können. Unteranderem dürfen in den Jahren 2024 und 2025 jeweils bis zu 3.625 Rabenkrähen, 97 Graureiher und 114 Kormorane getötet werden dürfen. Die GRÜNE Naturschutzsprecherin Kimbie Humer-Vogl kritisiert das stark: „Diese Verordnung ist ein Freifahrtschein für das Erschießen von tausenden von geschützten Tieren. Und das ohne ausreichende Faktenbasis. Wir alle wissen, dass der Rückgang des Fischbestandes viele Ursachen hat und nicht einzelnen Wildtieren zuzuschreiben ist. Erst waren es die Otter, jetzt sind es die Vögel. Welches Tier kommt als nächstes das unbedingt bejagt werden muss? Ja, es gibt Handlungsbedarf, die Lösung des Problems wird aber nicht mit der Jagdwaffe gelingen. Es ist an der Zeit, dass LRin Svazek auch andere Fakten, zum Beispiel die Rolle der Klimakrise, die für zu warme Seen und ausgetrocknete Flussbetten sorgt, Umweltgifte oder die vielen Flussregulierungen beleuchtet.“
Erst Klarheit schaffen
Um hier Klarheit zu schaffen, haben die GRÜNEN eine dringliche Anfrage an die Landesrätin gestellt. „Bevor tausende Tiere zur Jagd freigegeben werden, sollte untersucht werden, wie der Erhaltungszustand dieser geschützten Arten ist. Da gibt es in Salzburg keine verlässlichen Zahlen. Ebenso fehlt Klarheit welchen Anteil diese Tiere am Fischsterben bzw. an landwirtschaftlichen Schäden tatsächlich haben. Und es fehlt außerdem eine Prüfung gelinderer Mittel, wie beispielsweise Vergrämung oder natürlich gebeiztes Saatgut,“ so Humer-Vogl. Die behaupteten finanziellen Schäden wurden auch bereits von der Vogelschutzorganisation „Birdlife“ kritisiert. Auch hier möchte Humer-Vogl wissen, wie genau diese Zahlen zustande gekommen sind. Das in der Verordnung erwähnte „Monitoring“ sei im Übrigen eine reine Farce und so keineswegs zu akzeptieren, so Humer-Vogl weiter.
Sach- statt Klientelpolitik
Die Abschussverordnung hat für viel Aufsehen gesorgt, für Humer-Vogl ist das Vorgehen der FPÖ aber wenig überraschend: „Das einzige Thema wo die FPÖ tatsächlich etwas umsetzt, ist leider nicht die Pflege oder das Wohnen, sondern die Jagd. Hier soll eine Verordnung nach der anderen das Jagen von Wildtieren erleichtern. Damit tut Landesrätin Svazek zwar ihren Jagdfreund*innen einen Gefallen, schadet aber damit unserer wertvollen Natur. Statt solche Schnellschüsse braucht es eine faktenorientierte Entscheidungsgrundlage eine Untersuchung zum Erhaltungszustand vor solchen Abschussverordnungen. Denn ein ökologisches Gleichgewicht kann in der Natur nicht hergestellt werden, indem der Mensch versucht den Bestand zu regulieren. Das hat auch in der Vergangenheit noch nie geklappt, nicht beim Schalenwild und wie wir jetzt sehen auch nicht beim Fischotter.“
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Moritz Engel
Pressesprecher
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