WARUM DIE BIENEN FÜR UNS WICHTIG SIND
Auf der ganzen Welt berichten Imkerinnen und Imker von einem Rückgang der Bienenpopulationen, sei es durch den Kollaps ganzer Völker wie in den USA oder durch kontinuierliche Reduktion über den Winter. Warum die Bienen für uns so wichtig sind, haben wir für euch zusammengefasst.
Bienen bestäuben 71 von 100 Nahrungspflanzen, die wiederrum für 90% der globalen Lebensmittelproduktion stehen. In Europa können 4.000 Sorten an Gemüse nur durch den Beitrag der Biene angebaut werden. Aus Pollenanalysen von Bienenhonig geht hervor, dass Honigbienen bis zu 80% aller insektenblütigen Pflanzen bestäuben. Dazu gehören Wildpflanzen und viele Kulturpflanzen wie Ackerbohnen, Tomaten, Kürbis, Brokkoli, Gurken, Kirschen, Marillen, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Beeren, aber auch Raps, Rotklee, Luzerne, Nüsse, Sonnenblumen, Kaffee und unzählige mehr. Vor allem die Bestäubung der Obstbäume erfolgt zu fast 100 Prozent von Bienen.
Neben anderen Bestäubungsinsekten wie Hummeln, Wespen und Schmetterlingen ist die Biene für unsere Nahrungspflanzen am wichtigsten. Der Grund dafür liegt in ihrer Blütentreue. Was das bedeutet, erklärt der GRÜNE LAbg. Rupert Fuchs, der selbst Imker ist: „Wenn eine Biene in der Früh ausfliegt und in einem Kilometer Entfernung einen blühenden Kirschbaum findet, bleibt sie dort den ganzen Tag. Im Gegensatz zu anderen Insekten, die von der Kirschblüte zum Löwenzahn fliegen und dadurch nicht zur Bestäubung beitragen.
WARUM STERBEN DIE BIENEN?
Die Ursache für das Bienensterben ist laut Rupert Fuchs auf verschiedene Faktoren zurückzuführen:
- Parasiten, wie zum Beispiel die Varroa-Milbe, schwächen die Biene und verkürzen ihre Lebensdauer.
- Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft: Der Kontakt mit diesen kann zu einem sofortigen Tod der Biene führen oder zu einem Verlust der Fähigkeit sich zu orientieren und mit anderen Bienen in ihrem Stock zu kommunizieren. Beide stellen zentrale Fähigkeiten für Bienen dar, die für ihr Überleben wichtig sind.
- Zuchtfehler der Imker: Bisher wurden vor allem Merkmale wie Honigertrag und Sanftmut bei der Züchtung bevorzugt und dabei ein wichtiges Kriterium, der Putztrieb, vernachlässigt. Dieser ist wichtig, da die Biene so frühzeitig Krankheiten und Parasiten erkennen und sich davor schützen kann.
WAS KÖNNEN WIR DAZU BEITRAGEN, DASS DIE BIENEN SICH WIEDER VERMEHREN UND SOMIT AUCH UNSER ÜBERLEBEN SICHERSTELLEN?
Wir haben einen Bienenschutzplan erarbeitet, der das Verbot der schädlichsten Pestizide vorsieht und eine natürliche Bekämpfung der Varroa-Milbe sowie die Züchtung robusterer Bienen. Ein weiterer wichtiger Punkt, der sich auch im eigenen Garten oder am Balkon verwirklichen lässt, ist das Schaffen von Nahrungsangebot für Bienen in Form von Bienenweiden oder Balkonkisten mit von Bienen bevorzugten Pflanzen wie zum Beispiel Mohn, Malven oder Lupinen. Außerdem hilft den Bienen der Verzicht auf Spritzmittel in den Gärten sowie ein selteneres Mähen der Wiese, da sie so mehr Nahrung finden.
Hier findest du fünf Dinge, die du tun kannst, um die Bienen zu retten.
BIENENSCHUTZ-PLAN
Der Einsatz von bienenschädlichen Giftstoffen muss umfassend verhindert werden. Die Pestizide Imidacloprid, Thiamethoxam, Clothianidin, Fipronil, Chlorpyrifos, Cypermethrin und Deltamethrin gefährden die Bienen und haben auf dem Acker, auf öffentlichen Flächen und im Privatgebrauch nichts zu suchen.
- Weniger Pestizide!
- Gift gegen Bienen europaweit beschränken: Verlängerung und Ausweitung der EU-weiten Beschränkung bienengefährlicher Pestizide.
- Öko statt Chemiekeule: Forschung der ökologischen Alternativen zu Pestiziden fördern und Schädlinge wie den Maiswurzelbohrer und den Drahtwurm mit ökologischen Mitteln bekämpfen.
- Kein Gift im Park: Bienengefährliche Mitteln auf öffentlichen Flächen verbieten.
- Milben natürlich bekämpfen: Varroamilbe gezielt mit umweltgerechten Methoden bekämpfen, um dadurch Bienenkrankheiten zu minimieren.
- Robuste Bienen züchten: Zucht von robusteren, unserem Klimaangepassten Bienenvölkern unterstützen.
- Mehr Blumen: Anlage von Bienenweiden und Blühpflanzen für Insekten in Wiesen, öffentlichen Grünflächen, Firmengeländen sowie an Straßenrändern fördern.
- ImkerInnen fördern: Die Arbeit der ImkerInnen durch eine Leistungsabgeltung an die Imkervereine unterstützen.
- Bewusstsein schaffen: Informationen weitergeben und Bewusstseinsbildung für ein bienenfreundliches Verhalten betreiben.
- Neu-ImkerInnen unterstützen.
Ausführliche Infos finden Sie in unserer Broschüre zum Download!