WENIGER OTTER BEDEUTET NICHT MEHR FISCH
"Wenn wir unsere Arten schützen wollen, müssen wir lernen, mit ihnen zu leben."
„Die Entnahme des Fischotters wird die Fischbestände nicht verbessern. Eine Verordnung dazu wäre rechtswidrig, weil Abschüsse nur in Einzelfällen zulässig sind.“ So kommentiert LAbg. Kimbie Humer-Vogl, Klubchefin der GRÜNEN im Salzburger Landtag, in der heutigen Ausschussdebatte den Wunsch der FPÖ nach einer Verordnung, die eine Ausnahme von der Schonzeit für Fischotter vorsieht. „Es ist die Zerstörung der Lebensräume, die unsere Fische bedroht, nicht der Fischotter“, so die Abgeordnete.
Fischer erhalten heißt Ökosysteme schützen
„Die Flüsse enthalten grundsätzlich weniger Fische. Das beklagen auch die Fischer selbst. Im Bereich Gewässerschutz ist in Salzburg schon viel passiert. Ich begrüße die bisherigen Anstrengungen, Ziel muss es aber sein, unsere Gewässer weiter zu sanieren und mehr Maßnahmen zum Schutz der Ökosysteme auf den Weg zu bringen“, wünscht sich die GRÜN-Abgeordnete. Laut Arno Aschauer, Artenschutzexperte des WWF Österreich, seien die wirklichen Belastungen für die Fischbestände neben der Übernutzung der Lebensräume, in der zunehmenden Verbauung und Verschmutzung der Gewässer zu finden. Das geht aus einer umfassenden Auswertung von Daten des Bundes und der Länder hervor. Das Thema Fischotter habe dabei keine Rolle gespielt, so der Experte.
Einzelfallprüfungen und Beratung für Teichwirt*innen
„Es gibt in Österreich kein einziges Beispiel, das zeigt, dass sich die Fischbestände erholen, wenn der Otter nicht mehr da ist. Auch in Kärnten hat eine entsprechende Verordnung zu keiner Verbesserung geführt“, betont Humer-Vogl. „Die Otterentnahme führt nicht zu einer Erholung der Lebensräume der Fische. Das wird nur gelingen, wenn wir unsere Ökosysteme wieder ins Gleichgewicht bringen.“ Sie wünscht sich – im Falle von Problemen mit Fischottern – mehr Einzelfallprüfungen. Auch die EU schreibe das so vor. Nach dem Vorbild anderer Bundesländer, wie dem Burgenland oder der Steiermark, fordert sie auch mehr Beratungsangebote für die Teichwirt*innen und einen Managementplan, der ein umfassendes Monitoring umfasst: „Damit können wir herausfinden, was die Ursachen für die schlechten Fischbestände sind und darauf basierend Maßnahmen erlassen, die das Gleichgewicht unserer Ökosysteme wiederherstellen.“