WOLFSABSCHUSS: VIELE FRAGEN OFFEN, THEMA WOLF BLEIBT
Am Samstag verkündete die schwarz-blaue Landesregierung den Abschuss eines angeblichen „Problemwolfes“. Die GRÜNEN sehen dadurch das Thema nicht gelöst und sehen einige Fragen offen. GRÜNE Tierschutzsprecherin Kimbie Humer-Vogl dazu: „Durch einen Abschuss ist das Thema Wolf nicht gelöst. Österreich gilt als Durchzugsland für Wölfe, besonders in unseren westlichen Nachbarländern ist der Wolfsdruck bereits erheblich. Durchziehende Wölfe werden deshalb auch weiterhin auf der Tagesordnung stehen.“ Die GRÜNEN sehen hier eine fahrlässige Ignoranz der blau-schwarzen Landesregierung. „Es ist unser aller Interesse, dass unsere Almen auch weiterhin bewirtschaftet werden. Es ist die Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass die Landwirt*innen nicht mit dieser Herausforderung alleine gelassen werden. Sie sollen jegliche Unterstützung erhalten, die für den Schutz ihrer Herden notwendig ist.“
Noch viele Fragen offen
LAbge. Humer-Vogl ortet bei der aktuellen Wolfsverordnung gleich mehrere Schwachstellen: „Wölfe auf Verdacht zu schießen, nur weil sie sich im Umland von Wolfsrissen aufhalten, wird uns definitiv nicht weiterbringen und ist wohl kaum rechtskonform.“ Die GRÜNEN merken an, dass zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar ist, ob der nun tote Wolf für die Schafsrisse verantwortlich ist. Auch die Definition „Problemwolf“ entbehre laut den GRÜNEN in der Salzburger Wolfsverordnung jeglicher Grundlage. „Die Entnahme von sogenannten Problemwölfen ist tatsächlich EU-konform. Um als Problemwolf zu gelten, reicht es aber nicht, wenn der Wolf ungeschützte Weidetiere reißt, das Tier muss Herdenschutzmaßnahmen überwinden oder ein aufdringliches Verhalten Menschen gegenüber zeigen„, so Humer-Vogl, die die Forderung von Wolfsabschüssen als Ablenkungsmanöver für die fehlgeleitete Landwirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnte sieht. Humer-Vogl rechnet damit, dass die aktuelle Verordnung daher auch nicht rechtskonform ist und ein EU-Vertragsverletzungsverfahren nach sich ziehen wird, das Österreich teuer zu stehen kommen könnte.
Auch das letztwöchige VwGH-Erkenntnis aus Niederösterreich untermauere diese Befürchtung.
Populistische Schnellschüsse
„Wolfsabschüsse sind reine populistische Schnellschüsse. Die wahren Gefahren für die Land- und Almwirtschaft sind die schlechten Zustände der ökologischen Lebensräume und der Klimawandel. Der Wolf hingegen erfüllt in unserem ökologischen System eine wichtige Rolle, in dem er den Wildbestand reguliert und daher unsere Vegetation gesund erhält. Wir fordern daher weiterhin ein Umdenken und ein Arbeiten an langfristige Lösungen. Das bedeutet einen konsequenten Ausbau des Herdenschutzes. Nur so können wir auf lange Sicht den Landwirt*innen echte Sicherheit für ihre Nutztiere geben“, schließt Kimbie Humer-Vogl ab.