WOLFSRISSE: GRÜNE FORDERN MEHR TEMPO BEI HERDENSCHUTZ
"Obwohl wir in Salzburg seit Jahren einen Wolfsmanagementplan haben, hinken wir beim Herdenschutz hinterher."
„Dass der Wolf nach Salzburg zurückkehrt, wissen wir seit längerem. Gerade deshalb dürfen wir keine Zeit mehr verlieren und müssen endlich auf mehr Herdenschutz zu setzen.“ So reagiert die LAbg. Kimbie Humer-Vogl, Klubchefin der GRÜNEN im Salzburger Landtag, auf die aktuellen Meldungen aus Rauris und Uttendorf. Dort wurden tote Nutztiere auf der Alm gefunden. Vermutet wird ein Wolfsriss. Humer-Vogl fordert seit mittlerweile einem Jahr mehr Herdenschutzmaßnahmen für das Bundesland Salzburg.
Landtagsbeschluss: Rahmenbedingungen für Herdenschutzhunde
„Es liegt in der Verantwortung der Politik, den Almbäuer*innen jene Unterstützung anzubieten, die sie brauchen, um ihr Weidevieh trotz der Rückkehr des Wolfes schützen zu können“, ist Humer-Vogl überzeugt. Dazu hat sie einen weiteren Antrag eingebracht, der kommende Woche im Landtag diskutiert wird und klare Rahmenbedingungen für Herdenschutzhunde vorsieht: „Die vernünftigste Lösung sind nun einmal Herdenschutzmaßnahmen. Und dazu gehören neben Zäunen auch ausgebildete Herdenschutzhunde. Hier hinken wir in Österreich noch hinterher und müssen endlich in die Gänge kommen“, so Humer-Vogl. „Denn wo der Herdenschutz greift, werden auch weniger Nutztiere von Wölfen gerissen.“ Die GRÜN-Abgeordnete hofft auf breite Unterstützung durch die anderen Landtagsparteien, „damit Salzburgs Landwirt*innen ihr Weidevieh in Zukunft wirksam schützen können.“
Unzureichende Vorbereitung trotz Wolfsmanagementplan
Humer-Vogl kritisiert, dass das Land auch Jahre nach Erscheinen des österreichischen Wolfsmanagementplans noch unzureichend auf diese Entwicklung vorbereitet ist. „Der Wolf trifft in der Regel, gerade abseits von Gehöften, z. B. auf Almen, auf völlig ungeschützte Weidetiere. Herdenschutz steckt – auch wenn das Land Salzburg hier
eigentlich eine Vorreiterrolle einnimmt – noch in den Kinderschuhen.“ Das räche sich jetzt, denn der Wolf habe sich hier wieder angesiedelt. „Und das ist grundsätzlich auch gut so. Immerhin erfüllt er eine wichtige Rolle für das Gleichgewicht der Wildbestände und der Vegetation“, so die GRÜN-Abgeordnete. Sie wünscht sich auch in Österreich weniger Aufregung und Stimmungsmache und deutlich mehr Tempo und parteiübergreifendes Engagement beim Herdenschutz.