XXXLUTZ-ERÖFFNUNG: GROTESKE VERANTWORTUNGSLOSIGKEIT
"Während manche Unternehmen Massenaufläufe provozieren, um ihre Gewinne weiter zu steigern, bangen viele kleine Betriebe um ihr Überleben"
„Ausgerechnet in diesen schwierigen Zeiten und bei täglich ansteigenden Infektionszahlen Massenaufläufe zu provozieren, ist grotesk. Das wird im schlimmsten Fall dazu führen, dass der Handel bald gänzlich wieder zusperren muss“, zeigt sich der Wirtschaftssprecher LAbg. Josef Scheinast empört über die Vorgehensweise des heimischen Möbelhändlers XXX Lutz: „Die Bewältigung der COVID-19-Pandemie erfordert auch verantwortungsvolles unternehmerisches Vorgehen.“ Wie der ORF Salzburg am Sonntagabend berichtete, kamen am Samstag rund 8.000 Menschen zur Wiedereröffnung der XXX Lutz-Filiale in Eugendorf.
„Eine Möbelkette, die Gewinne verlagert, um in Österreich Steuern zu sparen und durch das Diskont-Schnitzel berühmt geworden ist, hätte wenigstens hier mehr Verantwortung zeigen müssen“, so der GRÜN-Abgeordnete: „Es kann nicht sein, dass während eines Teil-Lockdowns eine Großeröffnung, die tausende von Menschen anzieht, dermaßen offensiv beworben wird.“ Das sei das Gegenteil von gelebter Verantwortung eines Handelsbetriebs. „Wäre es uns möglich gewesen dieses Vorgehen zu unterbinden, hätten wir das auch getan“, so Scheinast. Für untragbar hält er Szenen wie jene am Samstag auch in Hinblick auf die Kunst- und Kulturbetriebe im Land: Ihnen werde jede noch so kleine Aktivität mit Blick auf die Gesamtverantwortung untersagt. „Das ist eine grobe Ungleichbehandlung“, kritisiert der Abgeordnete.
„Ich kann die Frustration jener UnternehmerInnen nachvollziehen, die die Maßnahmen ernstnehmen, weil sie einen weiteren Lockdown nicht überleben würden. Der Wirtschaftskammer empfehle ich dringend, an ihre Mitgliedsbetriebe heranzutreten und den Ernst der Lage zu verdeutlichen, damit es nicht zu ähnlichen Szenen wie am Samstag in Eugendorf kommt.“ In der derzeitigen Situation sei es zentral, möglichst distanziert unterwegs zu sein, Abstand zu halten und soziale Kontakte zu verringern.